Von einer behüteten Kindheit im Salzkammergut zur strengen Askese in Nordost-Thailand: Mönchsjahre im Waldkloster und die Beweggründe für den Aufbruch in ein Leben fernab von weltlichen Verlockungen.
Wie oft bin ich schon gefragt worden, warum ich einst Mönch geworden bin und was mich dazu bewegt hat, nach zwölf Jahren die Robe wieder abzulegen. Beim Niederschreiben dieser Erinnerungen – die mir wie aus einem anderen Leben vorkommen – wird mir wieder einmal bewusst, wie sehr sich meine Lebensziele im Laufe der Zeit verändert haben; wie mein Leben eher einem unfassbaren Traum als einer greifbaren Realität gleicht und wie dabei Ent-Täuschung die Grundlage für spirituelle Ent-Faltung sein kann – und Wahrheitssuche, Geduld und Mut die dazu nötigen Eigenschaften.
Heimat
Meine entspannte Kindheit in einem kleinen Dorf im Salzkammergut endete abrupt, als ich mit zehn Jahren in ein Internat geschickt wurde, um das katholische Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg zu besuchen. Aber so wie ich heute wenig Bezug zu den Ritualen hinduistischer Gottesverehrung habe, so fehlte mir auch damals die Hingabe zum katholischen Gottesdienst. Doch zumindest ahnte ich, dass Heimat und Glück nichts mit Ort und Besitz zu tun haben, sondern eine innere Haltung ist.