Wenn spirituell orientierte Menschen therapeutische Begleitung suchen, greift diese manchmal zu kurz – worin dies begründet liegt und worauf man achten sollte
Die Geschichte dieses Artikels beginnt vor langer Zeit, als eine jüngere Version meiner selbst einen Zustand erlebt, den ich heute als „dunkle Nacht der Seele" beschreiben würde. Die jüngere Version meiner selbst weiß noch nichts von „dunklen Nächten der Seele" und verfällt unglücklicherweise auf die Idee, Hilfe bei einem Psychotherapeuten für Verhaltenstherapie zu suchen.
Der Therapeut hört den Ausführungen der Patientin über mehrere Sitzungen zu und wiegt unschlüssig den Kopf. – „Keine Ahnung, was diese verwirrte Person für ein Problem hat", hört die Patientin ihn denken. Einfühlsam, wie sie ist, beginnt sie, über ein Thema zu sprechen, von dem sie glaubt, es sei näher an der Lebenswirklichkeit des Therapeuten: berufliche Selbstständigkeit und kreative Projekte. Der Therapeut ist sichtbar erleichtert und macht sich eifrig Notizen. Zufrieden teilt er mit, dass der tiefe seelische Schmerz ein Resultat beruflicher Orientierungslosigkeit sei. Die geeignete Maßnahme sei ein Coaching, das berufliche Orientierung biete. Die Patientin ist baff. Nichts liegt ihrer eigenen Sicht auf die Situation ferner als die Einschätzung des Therapeuten. Sie sieht ihre vielen verschiedenen kreativen Projekte nicht als die Ursache, sondern als Heilmittel d