Yogatherapeutische Übungen, um Skoliose entgegenzuwirken
Diese Strecke führt von passiver zu aktiver Länge. Asymmetrische Aufgaben und gegenläufige Spiralbewegungen helfen dir, Seitenunterschiede wahrzunehmen und daraus eine tragfähige Mitte zu entwickeln.
Von der Seite ist die Wirbelsäule doppelt s-förmig geschwungen. Bei Skoliose kommen seitliche Biegung und Drehung von Wirbeln und Brustkorb hinzu. Beweglichkeit und Muskelarbeit verteilen sich dadurch auf beiden Körperseiten unterschiedlich.
Diese Unterschiede kannst du in der Yogapraxis nutzen: Beide Seiten erhalten langsam wechselnde Aufgaben. So kann sich deine Mitte neu organisieren, wo Beweglichkeit und Kraft einander tragen.
Die S2k-Leitlinie formuliert: „AIS-Patienten sollen sportlich aktiv sein" . Ein Cochrane-Review mit dreizehn Studien sieht ebenfalls eine mögliche Rolle therapeutischer Übungen . Diese Übungsstrecke ist eine mögliche Herangehensweise, das Wohlbefinden und die Symmetrie der Wirbelsäule positiv zu beeinflussen.
Drei Prinzipien sind dabei wesentlich:
A: zuerst passive Länge erfahren und daraus aktive Länge entwickeln
B: asymmetrisch arbeiten und über den Seitenwechsel die Mitte finden
C: Kraft gegenläufig helikal um die lange Wirbelsäule führen
Wichtig: Bei stärkeren oder neuen Beschwerden, im Wachstum, mit Korsett oder nach einer Operation solltest du die Praxis unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin abstimmen.
ASANA-PRAXIS
Zu A: Von passiver zu aktiver Länge
Zuerst entsteht passive Länge. Dann organisiert der Körper sie selbst: Hände und Füße streben auseinander, die Mitte bleibt tragfähig.