Slow Breathing Teil 3.
Im letzten Beitrag haben wir, sehr vereinfacht, über das autonome Nervensystem und dessen Zusammenhang mit dem Atemprozess gesprochen: Das atemsynchrone Auf und Ab des Herzens, das man respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) nennt: Die Herzrate – das bezeichnet die Herzschläge pro Minute – nimmt mit der Einatmung zu und mit der Ausatmung wieder ab. Beim Slow Breathing, sei es nun mit oder ohne Atemtaktvorgabe (Pacing), wird diese Verlangsamung des Herzens ausschließlich über den Vagus, die größte Struktur des parasympathischen Nervensystems, vermittelt: Die „vagale Bremse", wie man auch sagt, wird immer dann gedrückt, wenn die Ausatmung geschieht, und sie wird gelöst, wenn die Einatmung beginnt (genau genommen sogar schon kurz davor).
Einen wichtigen Beitrag zu diesem Geschehen leisten die Barorezeptoren, über die wir gesprochen haben: Die Aktivität dieser in den Gefäßwänden großer Arterien sitzenden Dehnungsrezeptoren, die sich verändernde Druckverhältnisse registrieren und ans Gehirn melden, sorgt dafür, dass Blutdruckschwankungen gedämpft werden. Würden die Barorezeptoren deaktiviert, käme es zu dramatischen Schwankungen des Blutdrucks schon bei kleinsten Aktivitäten. Ein Leben ohne funktionierende Barorezeptoren ist deshalb kaum vorstellbar. Und um diese Sinneskörperchen geht es, wenn wir über das Ziel von Slow-Breathing-Techniken wie dem kohärenten Atmen aus einer modernen, wissenschaftlichen Perspektive reden.