Süße Verführung muss nicht ungesund sein! Leckere Sirups, Säfte und Honig eröffnen ernährungsbewussten Naschkatzen ein sattvisches Schlaraffenland…

»Ohne Zucker wäre das Leben nur halb so süß«, lautet ein Werbespruch für „raffinierten“ Zucker. Dass die gesundheitlichen Schäden für übermäßigen, tamasigen Zuckerkonsum allerdings mitunter sehr bitter sein können, davor warnt die Zuckerindustrie nicht. Und obwohl die Nachteile des hohen Zuckerverzehrs längst bekannt sind, fällt es vielen Menschen, selbst dem einen oder anderen Yogi schwer, vollkommen auf etwas Süßes zu verzichten. Das liegt aber mitunter nicht nur an einem Geist, der seiner Gier nachgeht, sondern es ist ein rein physiologisches Bedürfnis des Körpers, welches nach Süßem verlangt, es mitunter sogar braucht.

Süßes liefert leicht löslichen Zucker und stellt dadurch schnell verfügbare Energie zur Verfügung. Deutlich wird dies besonders bei Konzentrationsschwierigkeiten während einer geistigen Beschäftigung oder bei sinkender Energie während einer körperlichen Tätigkeit. Ein Stück Schokolade oder ein Teelöffel Honig liefern dem Körper und Gehirn in solchen Momenten innerhalb kürzester Zeit die Energie.

Darüber hinaus vertreibt es schlechte Laune, vertreibt im Ansatz das Gefühl von Einsamkeit und vermittelt ein körperliches Gefühl von Entspannung, weil es den Körper mit Serotonin versorgt. Serotonin, ein Botenstoff des Gehirns ist mitverantwortlich für unser Wohlempfinden.

Der in Süßigkeiten enthaltene Zucker sorgt für einen Nachschub des Stoffes. Essen wir Süßes, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, was dazu führt, dass der Serotoninspiegel steigt – und damit auch die Laune. Der Serotoninspiegel sinkt aber auch mit mangelndem Tages- und Sonnenlicht. Kein Wunder also, dass man in Wintermonaten oder an verregneten langen Abenden automatisch zu Süßem greift – oder zumindest ein starkes Verlangen danach hat.

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So süß das Leben auf der einen Seite ist, so ist es auf der anderen Seite kein Zuckerschlecken, bedenkt man mal die Krankheiten, die für den Konsum von Zucker verantwortlich gemacht werden. Neben Diabetes, Gicht, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht gehen auch Karies auf das Zuckerkonto. Sogar aggressives Verhalten von Kindern kann nach Meinung von Wissenschaftlern auf einen übermäßigen Zuckerkonsum zurückgeführt werden, da der Adrenalinspiegel im Blut auf ein Zehnfaches der Norm ansteigen könne, wodurch Angst, Reizbarkeit und Überaktivität verursacht werden. Auch aus diesem Grund rät man in der Vollwerternährung dazu, mit Süßungsmitteln sparsam umzugehen.

Die süßen Alternativen
Aber nicht nur die Quantität spielt bei der Süße eine wichtige Rolle, sondern genauso wichtig ist die Qualität, mit der wir unserem Körper das Leben versüßen. Auf weißen, raffinierten Zucker sollte aus yogischer Sicht vollkommen verzichtet werden, da er tamasig ist. Das heißt, er zählt zu den sogenannten „leeren“ Lebensmitteln, die stark verarbeitet werden, viele Kalorien enthalten, aber keine Nährstoffe. Zu verzichten braucht man deswegen nicht vollkommen auf den süßen Glücksboten, da es zahlreiche süße Alternativen aus ökologischem Bioanbau gibt. Dazu zählen unter anderem Vollrohrzucker, Honig und Dicksäfte, wobei jedes Süßungsmittel seinen eigenen Geschmack, seine speziellen Einsatzgebiete und seine besonderen Heilwirkungen hat:

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.