Zwanghaftigkeit bis hin zu Essstörungen, Schamgefühle wegen ein paar Pfunden zu viel – keine Seltenheit in der Yogaszene. Geht das nicht ziemlich am Ziel vorbei? Als ich vor einigen Jahren ein mehrtägiges Yogaseminar leitete, platzte eine Teilnehmerin in der Vorstellungsrunde mit folgender Bemerkung heraus: „Wie schön, dass du eine kleine Plauze hast!“ Sie lachte mich an. Ich strahlte zurück, da ich diesbezüglich Gott sei Dank nicht eitel bin. Auf meine Frage, was genau sie an meinem Schokoladenbäuchlein denn so sehr erfreue, antwortete sie: „Endlich treffe ich mal eine Yogalehrerin, die nicht magersüchtig aussieht, sondern eine ganz normale Figur hat.“ Wir lachten! Ein paar der anderen Teilnehmerinnen in der Runde nickten zustimmend. Im Verlauf der Seminartage kamen wir immer wieder auf dieses Thema zurück – meistens nach einem köstlichen Mittag- oder Abendessen. Das Fazit der Gespräche war, dass viele Frauen beim Anblick von Yogabüchern und den darin gezeigten Bildern mit sehr schlanken Models schnell unter Druck geraten, und statt sich in einen Kurs zu trauen, bleiben sie dann vielleicht doch mit Scham- und Schuldgefühlen zu Hause auf dem Sofa.
Von Zwängen und Schlankheitswahn
Sieht man sich die yogische Medienwelt an, ist die Frage, ob es etwa nur noch schlanke Frauen gibt, die Yoga p