Erzählungen mit reicher Bildersprache und hoher Relevanz für das spirituelle Leben Indiens
Die Puranas sind eine Literaturgattung Indiens, die zwischen den Jahren 200 bis 1000 n. Chr. entstanden ist. Sie enthalten vor allem Mythen, Legenden von den Göttern und Gedanken zur Schöpfung. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Purana „alt". Wichtig ist dabei zu verstehen, dass diese Schriften der breiten Bevölkerung Indiens Zugang zu spirituellen Themen ermöglichten. Maharishi Mahesh Yogi (ja genau, der Beatles-Guru) nannte sie sogar einmal die Comics der Veden. Sie gelten zwar den Büchern der Veden in Bezug auf Heiligkeit als nachgeordnet, jedoch durften sie deshalb auch von Nicht-Brahmanen studiert und öffentlich vorgelesen werden. Das Studium des Veda und der Upanishaden hingegen war über die Jahrhunderte immer nur der Elite der Brahmanen vorbehalten. Verehrt wurde das impersonale Göttliche, welches die Schriften Brahman nannten. Das Brahman als solches war jedoch schwer zu verehren, da es als zeitlos, eigenschaftslos und als nicht beschreibbar galt. So entstanden die verschiedenen Zugänge zu Brahman über die Gottheiten, die in den Puranas beschrieben wurden. Die Maya, die Illusion des Weltlichen, kann laut den Puranas auch als die Zauberkraft entdeckt werden, welche uns zu Brahman führen kann. „Die Hindu-Mythologie handelt erzählend vom Rätsel der Maya in einer Bildersprache, die auch dem gewöhnlichen Verstand die philosophischen H