Der Zusammenhang zwischen Geist und Lebensenergie: Wie du Prana mehr Raum im Leben gibst und dich dadurch wieder in die unmittelbare Erfahrung des Daseins begibst.
Eine meiner Lieblingslehren stammt aus der Hatha-Yoga-Pradipika (Kapitel 2, Vers 2):
chale vāte chalaṃ chittaṃ niśchale niśchalaṃ bhavet |
yogī sthāṇutvam āpnoti tato vāyuṃ nirodhayet ||
„Ist der Atem unstet, so ist auch der Geist unstet. Durch den Stillstand (des Atems) kommt auch der Stillstand (des Geistes) zustande, und der Yogi erlangt Beständigkeit. Deshalb soll er den Atem zum Halt bringen.“
Laut diesem Vers sind der Geist (Chit) und die Lebensenergie (Prana) miteinander verbunden, wie zwei Fische, die im Gespann schwimmen. Wo der eine hingeht, dorthin folgt der andere. Zwar ist in der Übersetzung dieses Verses gewöhnlich davon die Rede, dass der Atem beruhigt oder gar angehalten wird, um den Geist zur Ruhe zu bringen, aber es steckt wesentlich mehr hinter dieser Lehre, als man auf den ersten Blick erkennt, und sie ist für den Yogapraktizierenden von großer Bedeutung.
Ein Meditationsmeister wurde einmal gefragt, was denn eigentlich mit der Welt falsch gelaufen ist. Nach einer kurzen Pause antwortete er: „Mit der Welt stimmt alles – das Problem ist, dass die Menschen in Gedanken verloren sind.“ Seine kurze Aussage trifft es genau. W