Von Meditationsseife bis Yoga-Competiton und Asana-Performance: die Kehrseite des Yoga-Booms
Yoga ist mittlerweile nicht nur „HIP, HOT & HOLY“, wie es die Werbeabteilung von Jivamukti-Yoga plakatiert und auf Flyern und Webseiten formuliert, es ist oftmals gar nicht Yoga, was da beworben und dargestellt wird, sondern eine Marke, ein Produkt, eine Dienstleistung bzw. ein Teilaspekt des Yoga. Ganz gleich, ob da (grammatikalisch falsch) von „das Yoga“ die Rede ist oder (grammatikalisch richtig) der Yoga beschrieben wird, schaut man hinter die Kulissen der aktuellen Yogaszene, ist es tendenziell oft der denkbar größte Kontrast zum Wesen und zur Essenz des Yoga.
Das, was in den Medien publikumswirksam unter dem Begriff „Yoga“ subsumiert wird, entspringt in weiten Teilen einem auf Fitness und Gesundheit reduzierten Verständnis. Die über Yoga veröffentlichten Beiträge sind überwiegend rein affirmativ, das heißt, es werden in der Regel ausschließlich positive Erfahrungen beschrieben. Beiträge über Schließungen von Yogastudios, wie im Magazin der Süddeutschen Zeitung, Artikel darüber, „Wie Yoga auf den Hund kommt“ in der Züricher Zeitung oder Essays über „Heilsversprechen und Disziplinkeule“ wie in der Online-Ausgabe der WELT sind die Ausnahme.