Wenn wir längere Zeit regungslos sitzen möchten, um zu meditieren oder einfach nur in die Stille zu gehen, um wieder zu uns zu kommen, dann muss uns die Sitzhaltung, die wir dafür auswählen, unbedingt angenehm sein und uns ein Gefühl von Stabilität vermitteln. Diese beiden Qualitäten werden bereits in Patanjalis Yoga-Sutra erwähnt, in dem es heißt „sthirasukhamasanam“ (2.46), also: „Die ideale Haltung ist stabil und leicht zugleich.“ (zitiert nach Sriram, Yogasutra, S. 92) Auch der wichtigste Grundlagentext des Hatha-Yoga, die Hatha-Yoga-Pradipika, widmet den Sitzhaltungen sehr viel Aufmerksamkeit. Der Autor Svatmarama führt unter den 15 Asanas acht Sitzhaltungen auf, die jeweils andere energetische Aspekte in den Vordergrund stellen.
Die Vielzahl der uns überlieferten Meditationshaltungen legt außerdem nahe, dass es wichtig ist, dass jeder Mensch eine Sitzhaltung findet, die zu ihm passt und in der er sich – vor allem bei längeren Meditationen – wohlfühlt. Das bedeutet auch, dass wir im Meditationssitz nicht erstarren oder uns zu streng aufrichten sollten. Das Wort „sthira“ heißt ja einfach nur „stabil“, was meint, dass wir in uns ruhen können. Und die Qualität „sukha“ = „angenehm“, „mühelos“ weist uns dar-auf hin, dass es wichtig ist, innerlich so gelöst wie möglich zu bleiben, denn nur so kann die L