Dass man ätherische Öle auch in der Küche verwenden kann und diese dann nicht nur einen aromatischen Kick, sondern auch einen deutlichen gesundheitlichen Bonus bringen, dies wissen Apotheker, Aromatherapeuten und andere Fachleute schon lange. Unter „Normalverbrauchern“ allerdings hat es sich noch nicht sehr weit herumgesprochen, dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Die Öle enthalten die konzentrierten, ganz und gar natürlichen Aromen und die für den menschlichen Körper nützlichen Wirkstoffe der entsprechenden Pflanzen. Zudem stehen sie das ganze Jahr über zur Verfügung, wohingegen die Pflanzen selbst nicht immer Saison haben. Und dann spart man sich auch noch Waschen, Schneiden, Mörsern, Reiben. Das heißt, die ätherischen Öle sind äußerst praktisch und handlich.

 

Was beim Kochen und Backen zu beachten ist

Gerichte mit ätherischen Ölen geschmacklich zu verfeinern und gesundheitlich zu optimieren, ist einfach. Man braucht dafür nicht einmal besonders gut kochen zu können. Auch in einem simplen Dip, einem Obstsalat oder -kompott, einer Salatsauce oder einem einfachen Gemüsegericht kommt diese Methode bestens zum Tragen.
Es gibt nur einige wenige Punkte, die unbedingt beachtet werden müssen.

1.)    Es muss sich um absolut naturreine ätherische Öle handeln, am besten in Demeter-Qualität. Auf keinen Fall „naturidentische Aromastoffe“ oder Ähnliches nehmen, denn dabei handelt es sich um Künstliches.
2.)    Einige ätherische Öle sollen, auch wenn sie von noch so hervorragender Qualität sind, nur unter Vorbehalt verzehrt werden. So soll man kein Pfefferminzöl für Kinder unter 6 Jahren nehmen. Schwangere sollen auf Ingwer-, Nelken- und Zimtöl ganz verzichten. Von den drei zur Verfügung stehenden Zimtölen (Cassia-, Zimtrinden- und Zimtblätteröl) bitte allenfalls auf das Zimtblätteröl zurückgreifen. Die anderen beiden Öle sind viel zu scharf.
3.)    Kalte Gerichte dürfen zu jeder Zeit mit ätherischen Ölen gewürzt werden. Bei warmen soll man sie möglichst erst am Ende oder nach Abschluss des Kochvorgangs hinzufügen, denn sie verflüchtigen sich bei Hitze relativ schnell.
4.)    Nur minimale Mengen nehmen! Schon ein oder zwei Tröpfchen zu viel können ein Gericht ungenießbar machen.
5.)    Ätherische Öle lösen sich in Wasser nicht auf, sondern sie schwimmen oben wie Fettaugen auf der Brühe. Daher müssen sie in eher „wässrige“ Rezepte unbedingt mithilfe eines Emulgators/eines Trägerstoffs eingearbeitet werden.

 

Es gibt eine ganze Reihe von süßen, salzigen, sauren und fetthaltigen Zutaten, die sich zum Auflösen oder „Tragen“ von ätherischen Ölen eignen:
  • In Zucker oder Salz das Öl mithilfe einer Gabel einkneten, dann in das Gericht geben.
  • In Honig oder Ahorn-/Agavendicksaft mit einem Löffel einrühren, dann in die Speise oder das Getränk mischen.
  • Ebenso verfahren mit Senf, Sojasauce, Essig, Zitronensaft, süßer oder saurer Sahne, Vollmilch, Nuss-, Mandel-, Hafer-, Kokos- Soja- oder Reismilch. Je höher jeweils der Fettgehalt, umso besser gelingt die Verbindung.
  • Was sich sonst noch sehr gut zum Auflösen von ätherischen Ölen anbietet, ist dies: Eigelb, Butter, Margarine, Mayonnaise, Nuss- und Mandelmus, reine Pflanzenöle wie Mandel-, Nuss-, Sesam-, Leinsamen-, Hanfsamen-, Kürbiskern-, Olivenöl. Außerdem Alkoholika wie Wein, Sherry oder Rum.

 

In der gewünschten hervorragenden, zum Kochen und Backen geeigneten Qualität stehen im Moment folgende ätherische Öle zur Verfügung.
Es kommen immer wieder neue hinzu.

Anis (Pimpinella anisum)
Basilikum (Ocimum basilicum)
Bergamotte (Citrus bergamia)
Grapefruit (Citrus paradisi)
Ingwer (Zingiber officinalis)
Lavendel (Lavandula officinalis)
Limette (Citrus aurantifolia)
Mandarine (Citrus reticulata)
Nelke (das bedeutet: Gewürznelke) (Syzygium aromaticum)
Orange (Citrus sinensis)
Pfefferminze (Mentha piperata)
Rose (Rosa damascena)
Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Vanille (Vanilla planifolia)
Zimtblätter (Cinnamomum ceylanicum)
Zitrone (Citrus limon)
Zitronengras / Lemongrass (Cymbopogon citratus)

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Zu beachten ist, dass alle Zitrusöle – Bergamotte, Grapefruit, Limette, Mandarine, Orange und Zitrone – nicht wie der Saft riechen und schmecken, sondern wie die Schalen, also leicht bitter.

Hungrig? Auf der nächsten Seite verraten wir dir Rezepte zum Ausprobieren

 

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