Die Hüllen des Seins: eine kurze Darstellung der Lehre von den fünf Koshas
Der vierte Kosha schließt sich mit einem durchlässigen äußeren Grenzbereich direkt an den Mentalkörper an und ver­mischt sich mit ihm. Sein innerer Grenzbereich enthält die individuelle Seele. Vijnana-maya-Kosha ist der Körper der Weisheit oder des Intellekts.

Die vierte Hülle: der Körper der Weisheit – Vijnanamaya-Kosha
Vijnanamaya-Kosha enthält zwei Hauptfunktionen: „Buddhi“, den Intellekt, und „Ahamkara“, das Ego. Das Ego ist notwendig, denn es gibt uns die Fähigkeit, uns selbst als Person wahrzunehmen, die in Zeit und Raum begrenzt ist. Das Ego ist wie der Aussichtspunkt, von dem aus der Intellekt die Dinge hinterfragen, unterscheiden und erkennen kann. Der Intellekt dient dazu, die weltlichen Dinge zu planen und zu organisieren. Doch er hilft uns auch, das Bewusstsein zu erweitern und in den Bereich der Intuition zu treten. Die Ausdehnung der Intelligenz löst die Barrieren des Getrenntseins und führt zu der Einsicht, dass es keine Dualität gibt. Dadurch entstehen Klarheit, Hellsichtigkeit und die Möglichkeit, höheres Wissen in Träumen und Visionen zu empfangen. Auf der Ebene von Vijnanamaya-Kosha können die Siddhis (übernatürliche, spirituelle Kräfte) manifestiert werden. Im Vergleich zu den ersten drei Körperhüllen ist die vierte Hülle viel subtiler und tiefer. Wenn wir schreiben, malen oder eine Aufgabe lösen, betreten wir den Bereich von Vijnanamaya-Kosha. Ein Musiker, der die Musik improvisiert, ist mit dem Körper der Weisheit verbunden. Ebenso ein Meditierender, der die Vielfalt der Gedanken und Gefühle wahrnimmt, aber sich nicht damit identifiziert. Vijnanamaya-Kosha ist wie die Stille der Natur, in der sich etwas Größeres offenbart.

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