Warum ist es ein Bestandteil des spirituellen Weges, unsere Bedürfnisse achtsam zuzulassen? Wie können wir sie in der Welt vertreten, und wie unterscheidet man echte Bedürfnisbefriedigung von Kompensationsverhalten? Eine Perspektive der Integrativen Yogapsychologie.
Der Blick auf die Bedeutung unserer Bedürfnisse hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Und schönerweise erweitert er sich von der Wahrnehmung eines rein egoistischen Selbstausdrucks hin zu etwas, das viel mehr mit der Ganzheit und unserem psychoorganischen Eingebundensein zu tun hat, als wir zunächst vermuten.
Tatsächlich beinhalten authentische Bedürfnisse immer auch das Wohl der anderen, unserer Umgebung, der Natur, der Pflanzen, der Tiere und des Planeten. Wenn mein Kind krank ist, habe ich das Bedürfnis, bei ihm zu sein. Wenn jemand hungert, möchte ich mein Essen mit ihm teilen. Wenn das Ökosystem unseres Planeten bedroht ist, entsteht die Motivation, meinen Konsum zu reduzieren. Bedürfnisse sorgen damit sowohl für das Innere als auch für das Äußere, beides gehört untrennbar zusammen. Sie organisieren sich systemisch und reichen über das Individuum hinaus. So heißt es bei Martin Buber: „Bei sich beginnen, aber nicht bei sich enden, bei sich anfangen, aber sich nicht selbst zum Ziel haben.“ Auf welche Weise können wir das Phänomen der Bedürfnisse mit der Perspektive des Yoga v