Die Vedische spirituelle Praktik: erste psychologische Grundlagen In den vorangegangenen vier Teilen dieser Serie habe ich versucht, einen Hintergrund und Bezugspunkt für die Hymnen des Veda herzustellen. Da sich die Äußerungen der Seher fast immer im Umfeld des Opfers und der Götter zum Ausdruck bringen, war es notwendig, zumindest einen ersten Eindruck von diesen äußerst wichtigen Begriffen zu geben. Darauf aufbauend will ich nun beginnen, die Grundlagen der Vedischen spirituellen Praktik darzulegen.   Lässt sich die – bis in die heutige Zeit noch gar nicht wirklich ausgelotete – Welt des Veda überhaupt in ein rein rationales Denk- und Praxis-System einordnen? Sri Aurobindo schreibt dazu in „The Doctrine of the Mystics“: „Der Veda besitzt die hohe spirituelle Substanz der Upanishaden, doch fehlt ihm deren Phraseologie. Er ist ein inspiriertes Wissen, das noch nicht genügend mit intellektuellen und philosophischen Begriffen ausgestattet ist. Wir finden eine Sprache von Dichtern und Erleuchteten vor, für die alle Erfahrung wirklich, lebendig, fühlbar, ja sogar konkret ist, und nicht von Denkern und Systematikern, für die die Realitäten des Geistes und der Seele zu Abstraktionen geworden sind. Doch gibt es ein System, eine Lehre, deren Struktur aber geschmeidig ist und deren Begriffe konkret sind. Die Form des Denkens ist praktisch und experimentell, doch in der vollendeten Art einer alten und gesicherten Erfahrung, nicht grob und ungewiss, weil sie noch im Entstehen begriffen ist. Hier haben wir die alte psychologische Wissenschaft und die Kunst eines spirituellen Lebens, von der die Upanishaden philosophisches Ergebnis und Modifikation und Vedanta, Samkhya und Yoga das späte intellektuelle Ergebnis und logische Dogma sind. Doch wie alles Leben, wie alle Wissenschaft, die sich ihre Vitalität erhalten hat, ist er (der Veda) frei von der gepanzerten Starre des rationalen Intellekts. Trotz seiner etablierten Symbole und heiligen Formeln ist er noch immer weit, frei, flexibel, fließend, geschmeidig […]

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