Diesmal: Der Geist als zentrales Thema bei Patanjali – Was bedeutet der im Sutra so häufig vorkommende Begriff Chitta, und welche Komponenten bilden den Geist?
Frag mal ein paar Leute: „Was ist Geist?“ Du wirst viele Antworten hören: Intelligenz oder Verstand. Wahrnehmungen, Gedanken oder Gefühle. Gedächtnis, Bewusstsein, Psyche und auch Seele. Vielleicht sagt auch jemand „Spirit“ und meint das Transzendente. Aber was genau ist nun Geist? Sich darüber Klarheit zu verschaffen, ist für ein Verständnis des Yogasutra sehr wichtig, denn kein Begriff kommt dort häufiger vor als Chitta, das Sanskrit-Wort für Geist oder Bewusstsein. Es ist das zentrale Thema Patanjalis.
Chitta kommt von chit, das heißt „bemerken“, „erkennen“ oder „wahrnehmen“. Wir könnten sagen: Chitta ist alles, was wir jemals erfahren haben. So ist Chitta – in einer ersten Annäherung – alles, was jemals das Tor unserer Sinne erreicht hat, dazu jeder mentale Prozess, der jemals vollzogen wurde, mithin: die Totalität unseres individuellen Geistes, seien dies nun bewusste oder unbewusste Inhalte, aus diesem oder einem früheren Leben.
Schauen wir genauer hin: Es sind vier Aspekte, die Chitta bilden. Sie heißen Manas, Ahamkara, Buddhi und Chitta. Damit hier keine Verwirrung aufkommt: Chitta ist sowohl ein Begriff für unseren Geist als Ganzes als auch für einen Teil davon.
Diesmal soll es uns um den ersten Aspekt von Chitta gehen. E