„Ich kann das Mysterium, die Magie, jene Kräfte, die dich erschaffen haben, nicht erklären. Aber ich kann dir sagen, dass du es verdient hast, dir selbst völlig zu vergeben und dich vollkommen zu lieben. Und sobald du das machst, wirst du das Unbekannte kennenlernen.“ Akal Pritam

Auf dem Weg zu mehr Selbstliebe 

„Wer bin ich“ lautet die zentrale Frage in Ramana Maharshis Lehre, einem der wichtigsten spirituellen Lehrer des 20. Jahrhunderts. Wer bin ich, wenn ich alles wegnehme, was nicht zu mir gehört? Wer bin ich in meinem innersten Wesenskern? Sich selbst nicht nur zu ergründen, zu erfahren und kennenzulernen, sondern auch zu akzeptieren und schlussendlich wahrhaft lieben zu lernen, ist elementarer Bestandteil echter Zufriedenheit und wahren Glücks.

Selbstliebe ist daher ein wichtiges Stichwort auf dem Weg zu mehr Frieden und Glück – für uns selbst und für die Gemeinschaft gleichermaßen. Denn ohne eine liebevolle Beziehung zu uns selbst können wir eine solche auch nicht mit anderen eingehen. Hier findest du Inspirationen und Selbstliebe-Rituale, die du immer wieder in deinen Alltag integrieren kannst, um deine Liebe für dich selbst zu stärken.

„Niemand kann entscheiden, wie wertvoll du bist! Jeden Tag wachst du auf und lebst dein Leben, deine Meinung ist die Einzige, die zählt.“  Rupi Kaur

10 Selbstliebe-Rituale für deinen Alltag

1. Ho’oponopono – Vergib dir selbst

Ein Grundstein wahrer Selbstliebe liegt darin, positive Gedanken über dich selbst zu kultivieren. Viel zu oft kreisen Gedanken von Ungenügen, Vergleiche oder Neid in uns. Sobald du deine Gedanken auf Negatives lenkst – und sei es auch nur, um dich davon zu befreien, befeuerst du diese Energie. Wenn wir lernen, eine positive Sichtweise auf unsere Vergangenheit und Gegenwart zu entwickeln, können wir zugleich die negativen Samskaras (Eindrücke) in unserer Psyche auflösen. Ho’oponopono ist eine alte hawaiianische Heil- und Vergebungspraxis, die zwar unkompliziert immer und überall durchgeführt werden kann, jedoch einiges an Geduld erfordern kann.

Die vier zentralen Sätze des Rituals lauten:

1. Es tut mir leid.
2. Bitte verzeih mir.
3. Ich liebe dich.
4. Danke.

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Sprich dir diese Sätze jedes Mal leise oder laut selbst vor, wenn du dich in einer emotional schwierigen Situation befindest, dich unwohl oder unsicher fühlst oder verärgert bist.

2. Journaling – Werd dir deiner Talente bewusst

Was macht mich aus? Was mag ich an mir? Was kann ich besonders gut?

Was du deiner Meinung nach nicht so toll hinkriegst, kommt dir meist schneller in den Sinn als deine positiven Eigenschaften und Fähigkeiten? Dann kannst du dich bei diesem Ritual ganz auf deine Schokoladenseiten konzentrieren. Du musst keine Charity-Organisation gegründet und kein Kinderheim geleitet haben und sicherlich auch kein Engel sein, – denk an die vielen, auch kleinen Dinge, die du bereits geleistet hast und die du kannst und schreib sie auf!

Du bist eine gute Gastgeberin? Du verzeihst schnell? Du bist einfühlsam? Ab damit auf die Liste! Du wirst erstaunt sein, wie viel Positives du findest.

3. Selbstheilung durch Chakra-Arbeit

Die Offenheit der Chakras bestimmt maßgeblich, wie wir die Welt und Energien wahrnehmen und verwandeln können. Wie offen die Chakras am Beginn unseres Lebens sind, hängt von den Erfahrungen vergangener Leben und der seelischen Stärke ab. Aber auch die Erfahrungen, die in diesem Leben gemacht werden, beeinflussen die Öffnung der Chakras. Jedes Chakra hängt mit spezifischen seelischen Aufgaben zusammen. Daher ist es sehr hilfreich, mögliche Blockaden und Potenziale deiner Chakras zu kennen und zu verstehen, um dein persönliches Wachstum und deine Selbstheilung voranzubringen.

Indem du dir mehr und mehr deiner Selbst bewusst zu werden versuchst, hast du die Möglichkeit, deine Chakras zu reinigen und dich für all die natürlichen Talente, die jedem Energiezentrum innewohnen, zu öffnen. Diese Art der Neugeburt auf seelischer Ebene erfordert Selbstliebe und Geduld. Ein energetisch-spirituelles Selbstliebe-Ritual!

4. Konzentration auf den Nabelpunkt

Der Nabelpunkt liegt etwa drei Querfinger unterhalb deines Bauchnabels. Es ist uns oft nicht bewusst, doch der Nabel entwickelt sich noch vor Kopf und Herz – somit ist er einer unserer wichtigsten Körperteile!

Im Nabel liegt zudem die zentrale Basis der Nadis, der Energiekanäle im Körper. Fließt die Energie an dieser Stelle nicht frei, führt dies zu Blockaden an anderen Körperstellen und Organen. Wenn wir einem Stern gleich von diesem Punkt aus nach außen fließen, leben wir in unserer Mitte. Lenk deine Aufmerksamkeit bewusst auf diesen Punkt und lausche deiner Intuition. Der Kopf braucht Zeit, um auf die Dinge des Lebens zu reagieren, der Nabel antwortet hingegen sofort. Anstatt alles zu überdenken und zu „zerdenken“, fokussierst du dich auf diesen inneren Kraftort statt auf den weiseren Teil deines Gehirns, den Frontallappen.

Um deinen Nabelpunkt (Hara) zu stärken, kannst du beispielsweise das Mantra Har chanten oder die kraftvolle Sat Kriya aus dem Kundalini Yoga praktizieren. Diese Übung geht folgendermaßen:

  • Du sitzt im Fersensitz. Streck die Arme nach oben, die Ellbogen sind vollkommen durchgestreckt und liegen seitlich am Kopf an. Verschränk alle Finger bis auf die Zeigefinger ineinander. Die Zeigefinger zeigen nach oben. Bleib während der gesamten Übung fest in deinem Fersensitz. Der Rücken ist neutral ausgerichtet (kein Hohlkreuz, kein Rundrücken).
  • Beginne in einem konstanten Rhythmus von ungefähr 8 Mal pro 10 Sekunden Sat Nam zu chanten: Zieh den Nabel nach innen und chante Sat vom Nabelpunkt aus, entspanne den Nabel wieder, während du Nam chantest.

5. Selbstliebe-Rituale: belohne & verwöhne dich

Koch dir dein Lieblingsessen oder nimm dich selbst mit hinaus in die Natur. Gönn dir ein Schaumbad oder eine pflegende Ganzkörpermassage mit deinem Lieblingsöl … Es gibt viele Arten, wie du dir selbst etwas Gutes tun kannst. Und es gibt Gründe genug, dich selbst zu belohnen!

6. Meditation & Pranayama – bewusste Zeit für dich

Schenk dir jeden Tag selbst ein paar bewusste Augenblicke, um nach innen zu lauschen und dich mit deinem Wesen zu verbinden. Wer bist du, wenn alles andere wegfällt. Versuche dabei auch bewusst eine Beobachterrolle einzunehmen. Meditation und Atemübungen können dafür die richtigen Tools sein, es kann aber auch ein bewusster Waldspaziergang oder eine andere achtsame Auseinandersetzung mit deinem Wesenskern sein.

Lausche in dich hinein: Wie lange hältst du es gut mit dir selbst aus? Erst wer es schafft, eine ganze Weile in Frieden mit sich selbst zu sitzen, kann auch in Frieden mit anderen sitzen. Schaffe daher jeden Tag etwas Raum, um bewusst und friedvoll mit dir selbst zu sein – auch das zählt als ein Selbstliebe-Ritual im Alltag.

7. In Schmökerlaune? – Schnapp dir ein gutes Buch

Wann war das letzte Mal, als du ein richtig gutes Buch gelesen hast, ohne dich dabei von Social Media, dem Haushalt oder anderen Verpflichtungen ablenken zu lassen? In Zeiten von Instagram, Online-Medien, WhatsApp, TikTok und Co bleibt oft nicht mehr viel Zeit, sich einem Buch zu widmen. Ein mögliches Selbstliebe-Ritual für wenn du auf den Bus wartest, abends auf dem Sofa, morgens im Bett oder zwischendurch in der Hängematte – es gibt so viele Augenblicke, die sich ideal dazu eignen, sich mit einem Buch zurückzuziehen und ganz in einem Thema zu versinken.

8. Lebenslust – finde ein Hobby, das dir wirklich Spaß bereitet

Viel zu oft kommen Spaß und Freude am Leben im stressigen Alltag viel zu kurz. Dabei sind es gerade diese Tugenden, die das Leben so lebens- und liebenswert machen. Dein Leben ist im Endeffekt eine einzige wundervolle Gelegenheit, um in Freude zu leben. Finde heraus, was dir Freude und Zufriedenheit bereitet und dann schaffe bewusst Zeit dafür.

Dir selbst ein gutes Gefühl zu geben ist einer der besten Wege, dir selbst Liebe zu schenken.

9. Yoga & Bewegung: Dein Körper, – dein Tempel

Selbstverständlich gehört auch der liebevolle Umgang mit deinem Körper zur Selbstliebe dazu. Nicht nur mental und emotional, sondern auch physisch kannst du dich gut um dich selbst kümmern und dir auf diese Weise selbst Liebe schenken. Ob du Yoga praktizieren möchtest oder lieber ins Fitnessstudio gehst, Hula-Hoop übst oder es dir Freude bereitet, Berge zu besteigen, – das weißt du selbst am besten! Wichtig ist nur, dass du deinem Körper auf liebevolle Weise begegnest.

10. Svadhyaya – Leben ist lernen

Es ist nie zu spät, Neues zu lernen, sich auszutauschen, Kurse zu besuchen, neue Menschen, Sportarten, Sprachen, Länder oder Ideen kennenzulernen! Im Yoga meint Svadhaya das Studieren der yogischen Schriften bzw. das Selbststudium.

Viel zu oft bleiben wir zu lange auf einem gewissen Wissensstand stehen und selten bilden wir uns nach Abschluss der Schule, der Uni oder der Berufsausbildung noch selbstständig weiter. Der stressige Alltag lässt uns zunehmend das Interesse daran und die Energie dafür verlieren, uns mit neuen Dingen auseinanderzusetzen. Frag dich konkret: Was interessiert mich? Worüber möchte ich noch mehr erfahren? Mit welchen technologischen Neuerungen sollte ich mich auseinandersetzen, um mit meinen Kindern mitzuhalten? Welche Sprachen möchte ich noch lernen? Welche Länder bereisen? Es gibt viel zu entdecken. Sich immer wieder mit neuen Dingen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen hält jung, fit, geistig klar und lässt das Leben spannend und lebenswert bleiben.

Selbstliebe-Rituale im Alltag

Vergiss nicht: Du hast die Macht, die Dinge zu erschaffen, die du dir in deinem Leben wünschst. Wenn du bewusst etwas für dein eigenes Wohl und deine Zufriedenheit tust, dienst du damit auch deinem Umfeld und trägst so zu mehr Harmonie, Liebe und Zufriedenheit in der Welt bei.

Viel Freude beim Ausprobieren dieser Selbstliebe-Rituale – Namaste!

Möchtest du noch mehr in das Thema Selbstliebe eintauchen? Dann könnten dich auch folgende Artikel interessieren:

Du hast Lust auf noch mehr Inspiration zum Thema Selbstliebe? Dann wirf einen Blick in Akal Pritams Buch Self love. Eine Entdeckungsreise zu Spiritualität und Selbstliebe, Irisiana Verlag 2019.
Darin findest du wunderschön aufbereitete Affirmationen (Dharma Art) sowie Texte der australischen Illustratorin und Autorin.

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