In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Auf dem Meditationskissen begegnen wir oft inneren Widerständen verschiedener Art. Worin bestehen diese Hindernisse, und wie kann man mit ihnen umgehen? Vermutlich wirst auch du beim Versuch, die kleine Zehe in den unendlichen Ozean der Meditation zu stecken, festgestellt haben, dass die Einnahme einer meditativen Haltung und das Schließen der Augen nicht automatisch bedeuten, dass sich Stille und Klarheit einstellen. Dennoch sind ein äußerer Rahmen und eine entsprechende Position eine ideale Voraussetzung, um Achtsamkeit zu entfalten und den Yogaweg einzuschlagen, der nach innen führt. Im Yogasutra von Patanjali wird dies durch die ursprüngliche Definition von Asana als Meditationssitz, der aufrecht und entspannt sein soll, eindeutig unterstrichen („sthira-sukham-asanam“ II, 46). Wer sich bemüht, den gewohnten Alltagsgeist zu transzendieren, und sich auf das unbekannte Abenteuer der Meditation einlassen will, wird dabei immer wieder mit unangenehmen mentalen Phänomenen in Berührung kommen. Im Satipatthana-Sutta, einer der wichtigsten buddhistischen Lehrreden über die vier Fundamente der Achtsamkeit, werden fünf solcher Hindernisse oder Hemmungen beschrieben. Diese werden als Realitäten (Dharma) gesehen, die wir nicht nur mit Klarheit erkennen, sondern auch mit Weisheit transzendieren können. Es liegt also an uns, diese Grenzen in Tore zu einer tieferen Bewusstseins­erfahrung zu verwandeln. Die fünf Hindernisse (Nivarana) sind: 1) Sinnliches Begehren (Kamachanda) 2) Ablehnung (Vyapada) 3) Trägheit und Lethargie (Thina-Middha) 4) Unruhe und Gewissensbisse (Uddhachcha-Kukkuchcha) 5) Zweifel (Vichikichcha) Sinnliches Begehren Der Buddha hat dieses Meditationshindernis mit schillernder Farbe verglichen, die uns daran hindert, durch die Wasseroberfläche in die Tiefe zu blicken. Wir werden im Leben von unterschiedlichsten Wünschen so sehr auf Trab gehalten, dass es uns gar nicht mehr bewusst ist, wie sehr wir – ähnlich wie ein im Wald freilaufender Jagdhund mit hängender Zunge – einer Fährte nach der anderen nachjagen. Auch wenn wir uns als rationale, erwachsene Menschen sehen – unser Geist benimmt sich manchmal immer noch wie ein kleines, nörgelndes Kind, […]

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