Die buddhistische Einsichtsmeditation ist ein kraftvolles Werkzeug, um sich von selbst erzeugtem Leid zu lösen. YOGA-AKTUELL-Autorin Janine Schneider entschloss sich, ein Intensivprogramm in Selbstbeobachtung zu absolvieren: zehn Tage Vipassana-Meditation im Schweigen.
Befreit von jeglichen Pflichten meines Berliner Alltags, begebe ich mich im sächsischen Vogtland auf eine spannende Entdeckungsreise. Der holprige Weg führt nach innen, das verheißungsvolle Ziel: die Erlösung von allem Leid. Unerwartet schnell gerate ich auf meiner Expedition in tosende Stürme: Gefühlsorkane. Stechende Gliederschmerzen. Erdrückende Müdigkeit. Ohrenbetäubende Stille. Und das trotz – oder gerade wegen? – dieser friedlichen Kulisse im Außen: Prächtige Bäume mit goldgelben Blättern wachsen auf dem weiten Gelände hoch hinauf in den wolkenlosen Himmel, fernab hektischer Straßen und des Großstadtlärms. Ich sitze still gebettet auf weichen Kissen in der modernen Meditationshalle, umgeben von Sinnsuchenden. Zehn Tage Vipassana-Meditation im Schweigen liegen vor mir – eine zutiefst herausfordernde und bereichernde Erfahrung.
Gemeinsam schweigsam
Im ländlichen Triebel besuche ich das idyllische Meditationszentrum Dhamma Dvara („Tor Dhammas“), in dem in der Regel zweimal im Monat zehntägige Vipassana-Kurse nach Satya Narayan Goenka stattfinden. Rund hundert Meditierende und ehrenamtliche Helfer finden hier bislang Raum zur Innenschau, aufgrund der steigenden Nachfrage wird das Zentrum derzeit ausgebaut. Nicht nur hierzulande erfreuen sich die ausschließlich durch Spenden finanzierten Kurse w