Hals über Kopf ins Abenteuer Yogalehrerausbildung. Dort erwartet die Journalistin Heike Pöhlmann ein Wechselbad der Gefühle: von zweifelgeplagt bis himmelhoch jauchzend. Ein Erfahrungsbericht
„Und jetzt möchte ich von Euch wissen, warum Ihr diese Yogalehrer-Ausbildung machen wollt“, fragt Keshava, der in gelbem Fleecepullover und weißer Hose vor uns sitzt. Keshava ist aus dem Yoga-Vidya Seminarhaus im Westerwald gekommen. Bis auf den exotischen Namen entspricht er eigentlich nicht unseren Erwartungen von einem durchgeistigten Yogaadepten. Keshava, der eigentlich Hermann heißt, wirkt bodenständig und tatkräftig, eher wie ein resoluter Polizeibeamter. Er ist gekommen, um uns, eine neue Gruppe von angehenden Yogalehrern, im Frankfurter Yoga-Vidya-Center zu begrüßen. 22 Frauen und zwei Männer sitzen im Kreis - wir alle sind auf unsere zweijährige Yogalehrer-Ausbildung gespannt, die nun beginnen soll. Neben Keshava sitzt unser künftiger Ausbilder Daniele, ein sympathischer junger Mann Ende Zwanzig, mit modischer Zopffrisur. Auch er in gelb-weiß, dem Dress-Code aller Yoga-Vidya-Lehrer. Wir befinden uns im Meditationsraum des Frankfurter Yoga-Vidya Centers, in einer großen Altbauwohnung in der Nähe des Hauptbahnhofs. Nun sollen wir also erzählen, warum wir hier sind. Ich berichte von meinem ersten Yogakurs im Münchner Sivananda-Yoga-Zentrum vor mehr als 20 Jahren, und dass ich seitdem regelmäßig Yoga praktiziere, ganz allein für mich zuhause. â