Du dehnst die Hüfte – und danach lässt sich deine Schulter womöglich weiter bewegen. Das klingt zunächst widersinnig. Eine kleine Laborstudie beobachtete jedoch: Die passive Bewegungsweite kann sich auch an einem nicht gedehnten Gelenk vergrößern
Zunächst ein kleiner Versuch: Heb den rechten Arm, beug den Ellbogen und führ die Hand von oben zwischen die Schulterblätter nach unten. Wie weit kommst du, ohne bis an die Dehnungsgrenze zu ziehen? Wie fühlt sich die Schulterregion heute an? Verweil anschließend für einige ruhige Atemzüge in einer vertrauten Hüftöffnung, beispielsweise im Schustersitz (Baddha Konasana). Kehr danach zur Schulterbewegung zurück. Fühlt sie sich gleich an – oder anders?
Das ist eine Wahrnehmungsübung zum Erkunden, kein Nachbau des Laborversuchs. Dort wurde die Schulter passiv bewegt; die aktive Bewegungsweite blieb unverändert. Bleib deshalb in einem angenehmen Bereich und zieh nicht stärker, um einen Effekt zu erzeugen. Achte nicht auf ein erwartetes Ergebnis, sondern auf die Frage: Was hat eine Dehnung der Hüfte mit der Schulter zu tun?
Beweglicher auch dort, wo nicht gedehnt wurde
David Behm und sein Team gingen dieser Frage 2016 im Labor nach:
Zwölf trainierte junge Erwachsene absolvierten in zufälliger Reihenfolge verschiedene Kontrollbedingungen sowie statische und dynamische Dehnbedingungen für Ober- und Unterkörper.
- Die statischen Bedingungen bestanden aus zehn Dehnungen zu j