Die Kunst, dem Körper zu lauschen – eine somatische Yogapraxis lädt dazu ein, den Körper von innen zu erleben und Bewegung ganz natürlich entstehen zu lassen.
In den letzten Jahren taucht ein Begriff im Yoga immer häufiger auf: Somatic Yoga. Ist das einfach ein weiterer Trend unter vielen? Und was ist damit genau gemeint? Was bedeutet das konkret für meine Praxis? In diesem Artikel findest du Antworten auf diese Fragen und bekommst ein Verständnis und Gefühl dafür, was du dir unter Somatic Yoga vorstellen kannst.
Das Wort soma stammt aus dem Griechischen und bedeutet schlicht „der lebendige Körper". Nicht der Körper, wie er von außen betrachtet wird, sondern der Körper, wie er von innen erlebt wird. Der amerikanische Philosoph und Bewegungspädagoge Thomas Hanna beschrieb Soma deshalb als den „Körper in der ersten Person" – den Körper, den wir fühlen, spüren und bewohnen. Der Begriff stammt aus der Erkenntnistheorie, die drei Perspektiven auf Erfahrung unterscheidet:
- Person – ich erlebe etwas,
- Person – ich begegne einem Du,
- Person – ich beobachte etwas von außen.
Somatische Praxis richtet die Aufmerksamkeit auf die erste Perspektive: die innere Erfahrung des Körpers. Der Fokus liegt nicht auf Form, Leistung oder Perfektion, sondern auf Empfindung, Wahrnehmung und Beziehung zum eigenen Körper.