Konstanter Bestandteil der Kriyas: Pranayama im Kundalini-Yoga.
Atmen: kann jeder, macht jeder – meistens unbewusst und ganz automatisch. Atmen ist jedoch weitaus mehr als der rein physische Prozess des Luftholens und Ausatmens. Die Art und Weise unserer Atmung beeinflusst unser persönliches Wohlbefinden, unseren Umgang mit Stress, unsere Konzentrationsfähigkeit. Oft ist die Atmung situationsbedingt: In stressigen Momenten fließt der Atem schnell und flach, in entspannten Phasen intensiv und tief.
Angeblich verfügt jedes Lebewesen nur über eine bestimmte Anzahl von Atemzügen. Ziel des langen, tiefen Atems, der im Yoga gelehrt wird, ist nicht pauschal die Verlängerung der Lebenszeit durch eine bewusste Reduzierung der Atemzüge, sondern er dient vor allem dazu, das Lebensniveau zu erhöhen. Schnelles, unregelmäßiges Atmen in den oberen Brustkorb führt genauso wie das paradoxe Atmen, bei dem der Bauch beim Einziehen nach innen statt sanft nach außen gewölbt wird, zu chronischer Anspannung und zu Blockaden im Energiefluss – purer Stress. Bewusste, intensive Atemzüge hingegen beruhigen und lassen Prana durch den ganzen Körper fließen: Die Lungenkapazität erhöht sich, Vitalität und Zuversicht werden gestärkt. So fängt nach Yogi Bhajan, dem Begründer des Kundalini Yoga, das Menschsein erst bei vier Atemzügen (oder weniger) die Minute an. Das wahre Bewusstsein stellt sich erst durch eine Verlangsamung der A