Deine Shavasana-Sammlung

Neulich haben wir euch nach euren schönsten Gedichten und Sprüche für Shavasana gefragt. Wir waren überwältigt von all den schönen Einsendungen und Anregungen von unserer Community zum Shavasana. Dank euch konnten wir diese wundervolle Shavasana-Sammlung erstellen.

Inspirationen für Shavasana

Untenstehend findet ihr nun eine wundervolle Sammlung bestehend aus Sprüchen, kurzen Gebeten, weisen Geschichten und Gedichten, die berühren. Auf dass ihr mit euren Schülerinnen und Schülern schöner und tiefer nach dem Fließen in die Schlussentspannung abtauchen könnt.

Eine ganz besondere Shavasana-Sammlung – von der Community für die Community:

Schöne Sprüche

„The quieter you become, the more you are able to hear.“ – Rumi

„Du lebst richtig, wenn du auf die Frage, wie du heute leben würdest, wenn du morgen sterben müsstest, antworten kannst: so wie gestern.“

„Wenige Minuten der Ruhe gleichen viele Stunden der Unruhe aus.“

„Atme Entspannung ein und Anspannung aus. Komme mit jedem Atemzug in deinem Zuhause an.“

„Dem Geist wohnt die Fähigkeit inne, sich selbst zu beobachten. Eine Flamme braucht keine zweite Flamme, um sich selbst zu beleuchten. Ihr eigenes Licht reicht dafür aus.“

„I will leave yoga class rested and still, in touch with my breath, my heart open, thankful I’m alive. Breathing in, I am a mountain, a rock, a tree, firmly grounded in my inner essence. Breathing out, I am a flower, gentle, sweet and tender. I wish no harm on any living thing. My gift to the world, is a peaceful heart, and I give it now, in this moment, all that ever is, and all that ever will be.“ – John Mundahl

„Place your hands into soil to feel grounded. Wade in water to feel emotionally healed. Fill your lungs with fresh air to feel mentally clear. Raise your face to the heat of the sun to connect with that fire and feel your own immense power.“ – Victoria Erickson

Gebete

Gebet der Navajo-Indianer:

„Gehe aufrecht wie die Bäume, lebe Dein Leben so stark wie die Berge, sei sanft wie der Frühlingswind, bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der große Geist wird immer mit Dir sein.“

Geschichten

Das perfekte Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe.

Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: “Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines.” Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren, aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken. An einigen Stellen waren sogar tiefe Furchen, wo ganze Teile fehlten.

Die Leute starrten ihn an. Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner, dachten sie? Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: “Du musst scherzen”, sagte er, “Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und Deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.”

“Ja”, sagte der alte Mann, “Deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit Dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen, und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?”

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg – Seite an Seite.

 

Zufriedenheit

Ein Mann kam zu Buddha und sagte: „Ich will Zufriedenheit“
Und Buddha sagte: „Lass das – Ich – weg, das ist Ego.
Dann lass das – will – weg, das ist Verlangen.
Und dann sieh was übrig bleibt: ~ Zufriedenheit ~

 

Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit gab es einmal eine schöne kleine Insel. Hier lebten alle Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten der Menschen einträchtig zusammen: Der Humor und die gute Laune, der Stolz und der Reichtum, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und die Intuition, das Wissen und all die vielen anderen Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten, die einen Menschen eben so ausmachen. Natürlich war auch die Liebe dort zu Hause.

Eines Tages machte ganz überraschend die Nachricht die Runde, dass die Insel vom Untergang bedroht sei und schon in kurzer Zeit im Ozean versinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe, deren Schiff gerade nicht seetauglich war, wollte bis zum letzten Augenblick warten. Sie hing sehr an der Insel.

Als das Eiland schon am Sinken war, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Der Reichtum schickte sich gerade an, auf einem sehr luxuriösen Schiff in See zu stechen, da fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich mitnehmen?“
„Nein, das geht nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.“

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem großen und schön gestalteten Schiff vorbeikam. „Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“
„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen“, antwortete der Stolz, „hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.“

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“
„Oh Liebe“, entgegnete die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, du kannst mit mir mitfahren.“

Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie völlig vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen. Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“ „Ja sicher“, antwortete das Wissen, „das war die Zeit.“ „Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir denn ausgerechnet die Zeit geholfen?“ Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“

Verfasser/in unbekannt

Gedichte

Das Gasthaus

Dieses menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Depression und Niedertracht – auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit kommt als unverhoffter Besuch.

Begrüsse und bewirte sie alle!
Selbst wenn es eine Schar Sorgen ist,
die gewaltsam dein Haus
seiner Möbel entledigt,
selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll. Vielleicht reinigt er Dich ja
für neue Wonnen.

Dem dunklen Gedanken der Scham und Bosheit – begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu dir ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind zu deiner Führung geschickt worden aus einer andern Welt.

– Rumi

 

Innehalten

Immer wieder anhalten,
ruhig werden,
nichts tun, nur atmen, bewusst atmen.

Die Gedanken wahrnehmen,
annehmen, loslassen.

Die Gefühle zulassen, wünschen,
sehnen, träumen.

Dankbar sein für diesen Moment,
diesen Tag, dieses Leben.

– Max Feigenwinter

 

In der Stille angekommen

In der Stille angekommen
gehe ich in mich,
stehe ich zu meinen
Stärken und Schwächen,
liegen mir mein Leben
und die Liebe
am Herzen.
In der Stille angekommen,
sehe ich mich, dich, euch
und die Welt
mit anderen Augen,
mit den Augen des Herzens.
In der Stille angekommen,
höre ich auf mein Inneres,
spüre ich Geborgenheit,
lerne ich Gelassenheit,
tanke ich Vertrauen.

Ernst Ferstl

 

Dankbar sein

Für die Aufforderung
Gewohntes loszulassen
Für den Mut
Neues zu wagen,
für die Kraft,
unterwegs zu bleiben,
für die Einsicht,
dass nicht alles gelingen kann,
für Erfahrungen,
die bereichern,
für Begegnungen, die uns fördern,
für die Widerstände,
an denen wir wachsen.
DANKBAR SEIN für dieses Leben, das was uns geschenkt ist.

– Max Feigenwinter

 

She let go

She let go. Without a thought or a word, she let go.
She let go of the fear.
She let go of the judgments.
She let go of the confluence of opinions swarming around her head.

She let go of the committee of indecision within her.
She let go of all the ‘right’ reasons.
Wholly and completely, without hesitation or worry, she just let go.
She didn’t ask anyone for advice.
She didn’t read a book on how to let go.
She didn’t search the scriptures.

She just let go.
She let go of all of the memories that held her back.
She let go of all of the anxiety that kept her from moving forward.
She let go of the planning and all of the calculations about how to do it just right.

She didn’t promise to let go.
She didn’t journal about it.
She didn’t write the projected date in her Day-Timer.
She made no public announcement and put no ad in the paper.
She didn’t check the weather report or read her daily horoscope.
She just let go.

She didn’t analyze whether she should let go.
She didn’t call her friends to discuss the matter.
She didn’t do a five-step Spiritual Mind Treatment.
She didn’t call the prayer line.
She didn’t utter one word.
She just let go.

No one was around when it happened.
There was no applause or congratulations.
No one thanked her or praised her.
No one noticed a thing.
Like a leaf falling from a tree, she just let go.

There was no effort.
There was no struggle.
It wasn’t good and it wasn’t bad.
It was what it was, and it is just that.

In the space of letting go, she let it all be.
A small smile came over her face.
A light breeze blew through her.
And the sun and the moon shone forevermore…

– Sapphire Rose

 

Als ich mich selbst zu lieben begann…

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist.
Von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.

Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

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Eva-Maria Kopel
Eva-Maria Kopelhttp://www.evamariakopel.com
Eva-Maria Kopel ist Yoga-Lehrerin, Health Coach und Resilienztrainerin. Sie interessiert sie sich für die Atmung und das Nervensystem sowie das Immunsystem unserer Seele. Für vier Jahre war sie auf Weltreise, wo sie ihr Herz an Lateinamerika verloren hat. Seit 2013 rollt sie schon ihre Matte aus – am liebsten in Ubud auf Bali.
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