Lara Vucemilovic verbindet moderne wissenschaftliche Erkenntnisse mit alten Weisheitslehren sowie ethnopsychologischen und schamanischen Studien. Im YOGA-AKTUELL-Interview spricht sie über die Loslösung aus transgenerationaler Resonanz
Kriege, Flucht, Gewalt, Verlust oder familiäre Tabus hinterlassen Spuren – nicht nur bei den Menschen, die sie unmittelbar erleben, sondern oft auch bei nachfolgenden Generationen. Die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie belastende Erfahrungen über Familien hinweg weitergegeben werden und welchen Einfluss sie auf unsere Gefühle, Beziehungen und Verhaltensmuster haben können. Die klinische Psychologin und Therapeutin Lara Vucemilovic beschreibt dieses Phänomen als „transgenerationale Resonanz". Im Gespräch mit YOGA AKTUELL erläutert sie, wie sich generationsübergreifende Traumafolgen äußern können, warum sie häufig unbewusst bleiben und welche Rolle Embodiment und therapeutische Begleitung dabei spielen, sich aus alten Mustern zu lösen.
INTERVIEW
YOGA AKTUELL: Deine therapeutische Arbeit ist sehr vielfältig. Wir möchten uns heute besonders über generationsübergreifende Traumata unterhalten. Kannst du zunächst definieren, worum es sich dabei handelt? Wie kommen sie zustande und wie äußern sie sich?
Lara Vucemilovic: Bereits antike Quellen aus Mesopotamien und Griechenland berichten von den Erschütterungen des Krieges, die tiefe Spuren bei den Soldaten hinterließen – und dass diese, von traumatischen Erinnerungen und Albträumen geplagt, leblos umherwanderten. Weltweit, von den süd- und nordamerikanischen First Nations über den Altai-Schamanismus bis z