Erleuchtungsweg oder Realitätsflucht: Kann Meditation beides sein? Kritische Fragen und ehrliche Antworten
Die Ursprünge der Meditationen reichen ca. 5000 Jahre zurück. Damals gab es nur einige einfache Formen der Innenschau, in der Zwischenzeit aber gibt es zahlreiche Variationen davon: Meditationen in Ruhe und in Bewegung, Meditationen, die einige Minuten dauern, und andere, die sich über Stunden hinwegziehen. Meditationen vedischer, buddhistischer, muslimischer, jüdischer oder christlicher Prägung. Meditationen, die den Sehsinn, den Hörsinn oder den Tastsinn fordern. Meditationen, die das Bewusstsein entleeren und solche, die das Bewusstsein fokussieren. Geführte Meditationen, nicht geführte Meditationen, anerkannte Meditationen und verrufene Meditationen.
Geprägt werden die meisten Bilder von Meditationen von einem in sich ruhenden Buddha, oder von meditierenden Zenmönchen oder Yogis, die einen Zustand tiefer Versenkung erahnen lassen. Solche Motive weisen auf das Endziel der Meditation hin, nämlich die vollkommene Erleuchtung. Von vielen spirituell Suchenden, die sich von diesen Bildern zur Meditation inspirieren lassen, wird dabei aber oftmals der lange Weg dorthin übersehen, der darin besteht, jede einzelne Selbsterkenntnis, die man während der Meditation gewonnen hat, in das eigene Leben, den eigenen Alltag mit all seinen Anforderungen zu integrieren. Das bedeutet, dass es letztendlich gar nicht so sehr darum geht, wie viele Jahre ein Mensch meditiert hat u