In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Omega-3 / Omega-6

Die Verwertung von Omega-3-Fettsäuren im menschlichen Organismus wird unter anderem durch die Konzentration von Omega-6-Fettsäuren beeinflusst, da diese in einigen biochemischen Vorgängen konkurrieren. Ein niedriges Verhältnis wird empfohlen.
Den mit Abstand höchsten relativen Anteil an Omega-3-Fettsäuren enthalten Leinöl und Leindotteröl mit einem Verhältnis von Omega-6-zu-Omega-3 von etwa 1:3. Sie enthalten als einzige Speiseöle mehr Omega-3-Fettsäuren (in Form von Linolensäure) als Omega-6-Fettsäure. Weitere Speiseöle mit hohem relativem Omega-3-Gehalt sind Rapsöl (2:1), Weizenkeim- und Sojaöl (6:1) sowie Olivenöl (8:1). Maiskeimöl weist hingegen ein Verhältnis von ca. 50:1 auf, Sonnenblumenöl 120:1 und Distelöl 150:1.
Ein hohes Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis wird in einigen Arbeiten mit entzündlichen Vorgängen in Verbindung gebracht. (Hauptquelle: Wikipedia)

Leinöl und Leindotteröl in der Ernährung

Leinöl schmeckt umso angenehmer, je frischer es ist. Es hält sich nur ganz kurze Zeit und wird daher praktischerweise buchstäblich in kleinen (Blech-) Dosen bzw. in kleinen Fläschchen angeboten, deren Inhalt man schnell verbrauchen kann. Man darf es vor dem Verzehr in warme Gerichte einrühren, es soll aber nicht erhitzt werden. Optimal eignet es sich für die kalte Küche, zum Beispiel für die Herstellung von Salatsaucen, pikant angemachtem Frischkäse, „Obatzda“, Kräuterquark und Müsli.

Leindotteröl wird in Frankreich schon lange als Gourmetöl verwendet, denn der Geschmack ist von vornherein angenehm. Außerdem hält es sich wesentlich besser als Leinöl. Es soll aber ebenfalls nicht erhitzt werden, sondern zum Schluss über warme Gerichte geträufelt oder für die kalte Küche hergenommen werden. Eine empfohlene Tagesration beider Öle beträgt 1 bis 2 Teelöffel pro Person.

Rezepte

Hier ein Rezept für einen Kräuterquark, das für zwei bis vier Personen gedacht ist, wenn dazu Pellkartoffeln, gebackene Kartoffeln, geröstetes Brot oder eine ähnliche Beilage serviert werden.

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  • 250 Gramm Bio-Quark
  • 3 EL Leinöl oder Leindotteröl
  • 5–6 EL flüssige Sahne
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • Wasser, um die gewünschte Konsistenz des Kräuterquarks zu erreichen
  • nach Geschmack unraffiniertes Salz, frisch gemahlener Pfeffer, ein Spritzer Tabasco-Sauce, etwas Sojasauce, etwas klein gewürfelter Knoblauch
  • eine Hand voll gewaschener, trocken getupfter, klein gehackter frischer Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Minze, Salbei, Melisse, Rosmarin, Kerbel …
  • eventuell einige essbare Blüten, z.B. Gänseblümchen

Zerdrücken Sie Quark und Flüssigkeiten mit einer Gabel. Hacken Sie die unterschiedlichen Kräuter einzeln, denn die Vermischung während der Verarbeitung tut dem Geschmack und der gesundheitlichen Wirkung nicht gut. Mischen Sie die Kräuter unter den glatt gerührten Quark und schmecken Sie mit Pfeffer und Salz ab. Stellen Sie ihn kurz kalt und garnieren Sie vor dem Servieren mit einigen Kräutern und / oder essbaren Blüten.

Auch Pesto lässt sich hervorragend mit Leinöl / Leindotteröl herstellen. Hier ein klassisches Rezept.

  • 50 g Pinienkerne oder Mandeln
  • 100 ml Leinöl oder Leindotteröl
  • 1 Bund Basilikum oder andere frische Kräuter
  • 2 Knoblauchzehen (die dürfen wegfallen)
  • 20 g Parmesan, frisch gerieben
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • unraffiniertes Salz

Rösten Sie die Pinienkerne oder Mandeln bei geringer Hitze in einer Pfanne ohne Fett und lassen Sie sie abkühlen. Geben Sie sie zusammen mit dem Öl in einen Mixbecher. Waschen Sie die Kräuter, schütteln und tupfen Sie sie trocken und pflücken Sie die Blätter ab. Schälen Sie die Knoblauchzehen und schneiden Sie sie einige Male durch. Geben Sie sie zusammen mit den Kräutern in das Gefäß, pürieren Sie die Zutaten und schmecken Sie sie mit Pfeffer und Salz ab. Fügen Sie den Parmesan hinzu und geben Sie das Pesto in ein Glas mit Schraubverschluss. Wenn Sie die Masse mit einer kleinen Schicht Öl bedecken, hält sich das Pesto einige Wochen lang im Kühlschrank. Nach jeder Verwendung wieder etwas frisches Öl aufträufeln.
Schmeckt gut zu Nudeln, Kartoffeln und als Brotaufstrich.

Johanna Budwig und die Öl-Eiweiß-Diät

Das Lebenswerk der deutschen Apothekerin und Chemikerin Dr. Johanna Budwig (1908–2003) hat mit dem Thema Fettchemie zu tun. Schon während ihres Pharmaziestudiums interessierte sie sich dafür. Später entwickelte sie die nach ihr benannte Diät, die Patienten mit Hepatitis (Leberentzündung) und Krebspatienten helfen sollte. Tatsächlich funktionierte es bei vielen, die Erfolge blieben aber, wie das so häufig passiert, in Wissenschaftskreisen umstritten.

Vor allem soll man bei der Budwig-Diät Leinsamen, kalt gepresstes Leinöl, Quark und Hüttelkäse verzehren, wobei die schwefelhaltigen Eiweißbausteine in den Milchprodukten die Fettsäuren im Leinöl optimal lösen und dem Körper zur Verfügung stellen. Verzichtet werden soll auf Fleisch, Fisch, Butter, Zucker, Nudeln, konservierte Nahrungsmittel und Tiefkühlkost.

Die Öl-Eiweiß-Diät wird von Fachleuten bzw. in Kliniken empfohlen, wenn Menschen abnehmen und / oder ihre Ernährung umstellen wollen, also gar nicht unbedingt immer im Zusammenhang mit Leber- oder Krebserkrankungen.
Nach Johanna Budwigs Tod wurde eine Firma gegründet, in der auf der Basis ihrer wissenschaftlichen Arbeiten Öle und andere Produkte hergestellt werden. Sie sind im Fachhandel erhältlich, Informationen darüber gibt es unter
www.dr-johanna-budwig.de.

Weitere Infos

Internet: www.dr-drees.de

Literatur: Hans-Ulrich Grimm: Leinöl macht glücklich. Dr. Watson Books, Stuttgart, 2.Aufl. 2007 (erscheint im Frühjahr 2012 im Droemer-Verlag, München)

Leinöl und Leindotteröl sind im Reformhaus und Naturkostgeschäft erhältlich, letzteres auch unter www.leindotteröl.info

 

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