In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Die Vorteile und Besonderheiten ausgewählter Fastenformen, von Experten aufschlussreich erklärt

Das Frühjahr ist die ideale Zeit für Entschlackungsmaßnahmen. Wer sich eine besonders intensive Entgiftung wünscht, plant vielleicht eine Fastenkur. Bekanntlich gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, eine solche Kur zu gestalten – YOGA AKTUELL befragte einige Experten zu unterschiedlichen Arten des Fastens.

 

Vegan Fasten – Elisabeth Fischer

Elisabeth_FischerElisabeth Fischer hat über 30 Kochbücher und Ernährungsratgeber zum Thema „Gesund genießen“ geschrieben und arbeitet für verschiedene Gourmet- und Frauenzeitschriften.

YOGA AKTUELL: Wer sich vegan ernährt, lebt doch sowieso schon sehr gesund. Warum sollte er dann noch fasten?
Elisabeth Fischer: Ausschließlich pflanzlich zu essen bedeutet nicht automatisch, dass man sich gesund ernährt. Vegane Rezepte werden häufig mit sehr viel Zucker, Fett und Weißmehl zubereitet. Zusätzlich werden immer mehr vegane Fertigprodukte und Snacks angeboten,  die viel Fett, gehärtetes, isoliertes Gluten und reichlich Zusatzstoffe, z.B. Aromen, enthalten. Eine einseitige vegane Ernährung, die arm an Vitaminen und Mineralstoffen ist,  kann darum durchaus eine latente Übersäuerung verursachen. Das vegane Fasten wirkt dann wie ein Frühjahrsputz im Organismus, und die Säure-Basen-Balance wird wieder hergestellt. Auch Veganer, die sich gesund ernähren, profitieren davon. Denn die Fastenspeisen haben einen maximalen Gehalt an aufbauenden und schützenden Vitalstoffen. Verzichtet wird weitestgehend auf säurebildende Lebensmittel. Mit den basenbildenden Lebensmitteln kann man sich satt essen.

Wie lange dauert ein veganes Fastenprogramm idealerweise?
Üblicherweise dauert es sieben Tage. Dabei nimmt man 2–4 Kilo ab und gewinnt neue Energie. Da man nicht hungert und gut mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt ist, kann man auch zwei Wochen vegan fasten.

Womit findet das Fastenbrechen statt?
Am ersten Tag nach dem veganen Fasten werden die basenbildenden Lebensmittel – also Gemüse, Früchte, Kräuter und Kartoffeln – mit Vollkornprodukten ergänzt. Denn die eiweißreichen pflanzlichen Lebensmittel sind unverzichtbarer Bestandteil einer vollwertigen veganen Ernährung. Sie versorgen mit lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen. Es gibt dann zum Gemüsegericht etwas Vollkornreis, zur Suppe eine Scheibe Brot aus fein gemahlenem Vollkornmehl, oder man streut geröstete Nüsse über den Salat. In meinem Buch gibt es auch eine fruchtige, natürlich süße Gerstensuppe, die im Nahen Osten traditionell zum Fastenbrechen gegessen wird.

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Menschen, die sich vegan ernähren, sind meistens sehr schlank. Wie können sie vermeiden, dass sie durch das Fasten noch mehr Gewicht verlieren?
Wer sehr schlank ist und/oder regelmäßig viel Sport betreibt, braucht mehr als die 900 kcal pro Tag, die im Programm vorgesehen sind. Aber auch wer nicht abnehmen will, kann ein oder zwei Wochen lang seinen Speiseplan mit vorwiegend basenbildenden Lebensmitteln gestalten und damit eine latente Übersäuerung ausgleichen. Dann werden die Rezepte einfach mit mehr Öl zubereitet, es gibt mehr Kartoffeln als Beilage, oder man genießt als Vorspeise eine cremige Suppe mit zusätzlich Sojasahne und gönnt sich ein fruchtiges Dessert. Auch eine Banane oder Trockenfrüchte zwischendurch können den Kaloriengehalt des Programms erhöhen – ohne die entlastende Wirkung zu reduzieren.

Auf was darf man während des Fastens auf keinen Fall verzichten?
Man sollte reichlich trinken: 2–3 Liter ungesüßte Kräutertees, stilles Mineralwasser und Wasser mit Zitronensaft. Besonders wichtig ist die Freude am und die Ruhe beim Essen.

Eignet sich eine Fastenkur als Einstieg in die vegane Ernährung?
Veganes Fasten ist dafür ideal: Die Rezepte sind schnell und einfach zubereitet. Man gewöhnt sich an den leichten, natürlichen Geschmack eines frisch gekochten veganen Essens und bekommt Appetit auf die dauerhafte Änderung des Essverhaltens.

Für wen eignet sich das vegane Fasten nicht?
Für Kinder ist das Fastenprogramm nicht geeignet. Allerdings können die Rezepte für Suppen oder Süßspeisen auch in den ganz normalen Speiseplan von Kindern eingebaut werden. Menschen, die in ärztlicher Behandlung sind, sollten mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie mit dem veganen Fasten beginnen.

Was ist Ihrer Erfahrung nach die ideale Zeit für das Programm?
Unserem natürlichen Rhythmus kommt es sehr entgegen, wenn man im Frühjahr fastet. Viele Menschen haben in diesen Wochen das Bedürfnis nach innerer Reinigung und wollen nach dem Winter frische Energie tanken.

www.elisabeth-fischer.com

 

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.

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