Erinnerung an unser wahres Selbst – spirituelle Namen können die Loslösung von alten Verstrickungen unterstützen und ihren Träger durch Klang und Bedeutung mit Aspekten des innersten Selbst verbinden. In der Welt des Yoga sowie in vielen anderen Traditionen ist es geläufig, einen spirituellen Namen anzunehmen. Zahlreiche Yogapraktizierende tragen Sanskrit-Namen von Gottheiten oder göttlichen Qualitäten, wie z.B. Ananda (Glückseligkeit), Krishnaprem (Liebe Krishnas / zu Krishna) oder Mahadevi (große Göttin). Wie kommt man eigentlich darauf, sich als im Westen geborener Mensch mit indischen Götternamen zu schmücken? Ist dies eine hilfreiche Tradition, die uns in der spirituellen Praxis weiterbringt? Oder ist es kulturelle Aneignung, vielleicht sogar Anmaßung, wie manche Kritiker behaupten? Was hält man in Indien davon? Und was genau sind überhaupt spirituelle Namen, wieso nimmt man sie an, und was bewirken sie? In diesem Artikel werden wir ein wenig Licht auf all diese Fragen werfen. Eine persönliche Erfahrung  Hier im Westen werden Menschen, die spirituelle Namen annehmen, oftmals belächelt. Viele Leute reagieren mit Unverständnis, Spott oder gar Abwehr auf diese alte Tradition. Andere sind misstrauisch: Wieso sollte man einem Guru oder Yogalehrer die Macht geben, etwas so Persönliches wie einen neuen Namen zu verleihen? Wiederum andere betrachten einen fremdländisch klingenden Namen als einen charmanten, exotischen Trend, der die persönliche Asana-Praxis oder Yogalehrertätigkeit authentischer erscheinen lassen könnte.  Ich selbst war einst ein Paradebeispiel für die eher misstrauische Haltung. Noch recht zu Anfang meines Yogawegs ließ ich mich in die Satyananda-Yoga-Tradition einweihen. Zeitgleich mit der mantrischen Einweihung bestand die Möglichkeit, sich einen spirituellen Namen geben zu lassen. Entsetzt wies ich die Idee sofort von mir. Erstens war ich damals noch sehr verhaftet mit meinem Geburtsnamen Tiziana, den ich wunderschön fand, und sehr wahrscheinlich auch mit den Prägungen, die mit diesem Namen einhergingen. Zweitens vertraute ich den spirituellen Meistern der Tradition nicht. „Sie kennen mich doch […]

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