Ein neues Gleichgewicht finden: Mit Yoga gesünder und tatkräftiger in einen neuen Lebensabschnitt

Von alters her ist Yoga ein heilender Begleiter für Frauen. Besonders in den Wechseljahren, die häufig mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden sind, und in denen viele Frauen das Gefühl haben, vollkommen aus der Balance zu geraten, kann  eine regelmäßige Yogapraxis dem weiblichen Körper helfen, sich besser an die neue Situation anzupassen und die negativen Begleiterscheinungen der Wechseljahre zu reduzieren. Die natürliche hormonelle Veränderung in dieser Lebensphase ist jedoch nicht die einzige Ursache für die körperlichen und seelischen Symptome, die die Lebensqualität erheblich beinträchtigen können. Untersuchungen zeigen, dass unsere Art und Weise, älter zu werden, mehr mit unseren Vorstellungen und Einstellungen zum Alter zu tun hat als mit irgendeinem anderen Faktor. Die Anpassung an den veränderten Hormonspiegel kann leicht oder beschwerlich sein. Wir können diesen Prozess der Anpassung unterstützen, wenn wir Yoga als ein umfassendes System zur persönlichen Entwicklung nutzen.


Yoga als ganzheitliche Hilfe

Der Einfluss unseres Geistes
Yoga betrachtet Gesundheit unter einem ganzheitlichen Aspekt und definiert Gesundheit als Harmonie von Körper, Atem und Geist. Diese Sichtweise berücksichtigt also den enormen Einfluss unseres Geistes auf die körperliche Gesundheit. Bestätigung findet diese Sicht längst in der modernen Forschung, insbesondere durch die Psychoneurolimmunologie (PNI). Sie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen dem Nerven-, Hormon- und Immunsystem und erforscht, wie Gefühle und Gedanken das Immunsystem beeinflussen können, wie sie sich sowohl fördernd als auch hemmend auswirken können. So schwächen Depressionen, Ängste, Gefühle von Hilflosigkeit, Einsamkeit oder auch übermäßige Selbstbezogenheit die Abwehr- und Selbstheilungskräfte. Dagegen können sich positive Gefühle wie Freude, Gelassenheit oder Dankbarkeit und Liebe förderlich auswirken. Yoga hilft uns, unsere Gedanken und Gefühle in Harmonie zu bringen, Ängste zu reduzieren, geduldiger und akzeptierender uns selbst gegenüber zu werden. Durch regelmäßiges Üben erlangen wir die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen einen Moment von innerer Freiheit zu erleben. Yoga erinnert uns daran, dass die Verantwortung für Gesundheit und Zufriedenheit allein in uns liegt. Yoga hilft, die uns innewohnenden Kräfte zu mobilisieren, die ein verantwortliches und sinnvolles Leben ermöglichen. Nicht zu unterschätzen ist, dass durch regelmäßiges Üben das eigene Selbstvertrauen wächst. Wir erleben, dass es uns durch eigenes Tun besser gehen kann. Dieses Bewusstsein kann innerlich stark machen und die Kraft geben, für sich und die eigenen Bedürfnisse selbstbewusster einzutreten.

Harmonie von Körper und Geist – Das Yoga Sutra des Patanjali
In einem 2.500 Jahre alten Yogatext gibt uns Patanjali Hinweise, wie wir tiefes inneres Glück erfahren können. In seinem Leitfaden des Yoga (dem Yoga Sutra) teilt er uns mit, dass die Ursachen für Glück und Unglück ihren alleinigen Ursprung in unserem Geist haben. Eine Ursache für unser Leid ist nach Patanjali die Tatsache, dass alle Dinge – und auch wir – der ständigen Veränderung unterworfen sind. In den mittleren Jahren werden wir mit deutlichen und schmerzhaften Veränderungen konfrontiert. Unser Körper verändert sich, das Gedächtnis lässt nach, die Kinder verlassen das Haus, die alten Eltern werden hinfällig und sterben. All dies macht uns ängstlich und unsicher. Anstatt Veränderungen zu akzeptieren und mit dem Leben mitzufließen, wehren wir uns und versuchen an Altem festzuhalten, was unser Leiden weiter vergrößert. Patanjali weist uns in seinem Text Wege, die uns helfen können, mit all dem, was uns widerfährt, gelassener umzugehen. Neben der regelmäßigen Praxis von Asana (Körperübungen), Pranayama (Atemtechniken) und Meditation gibt uns Patanjali fünf Ratschläge für ein glücklicheres Leben. Diese yogischen Grundeinstellungen (Niyamas) können uns helfen, die Phase der Wandlung in der Lebensmitte anzunehmen und die freiwerdenden  Energien kreativ zu nutzen. Durch die Umsetzung dieser Empfehlungen kann unser Leben einfacher und reicher werden. Wir können uns auf das konzentrieren, was uns wirklich wichtig ist.

Die physiologischen Auswirkungen der Yogapraxis
Die typischen Beschwerden in den Wechseljahren sind auf die mangelnde Anpassungsfähigkeit des Organismus auf die hormonellen Schwankungen, den Östrogenrückgang und die damit einhergehende erhöhte Erregbarkeit des vegetativen Nervensystems zurückzuführen. Yogapraxis wirkt, wenn sie auf den jeweiligen Menschen mit seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten abgestimmt wird, sehr tiefgehend und kann physiologisch auf vegetative Prozesse im Körper Einfluss nehmen und die Funktion der endokrinen Drüsen harmonisieren. Durch die Unterstützung der positiven Selbstregulation auf körperlicher und psychischer Ebene können unangenehme Wirkungen der hormonellen Umstellung in der Lebensmitte reduziert werden. Ergebnis ist insgesamt ein größeres körperliches Wohlgefühl. Yoga bietet jeder Frau in dieser Lebensphase Werkzeuge, das hormonelle Ungleichgewicht zu harmonisieren, Alterungsprozesse zu beeinflussen, Regeneration und Verjüngung zu ermöglichen, und Beschwerden zu lindern. So können wir mit einem mehr an Energie und Optimismus in eine neue Lebensphase gehen. Da unsere Belastbarkeit abnimmt, wirkt sich in dieser Lebensphase Stress besonders belastend auf unser System aus und kann Beschwerden verstärken. Yoga hilft uns, dem alltäglichen Stress gelassener zu begegnen und eine innere positive Stimmung zu unterstützen.

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