Das Prinzip der göttlichen Schwingung: Spanda, das schöpferische Pulsieren des Absoluten, ist eine subtile Dynamik, die von Shiva zu Shakti und von Shakti zu Shiva schwingt. Was das bedeutet, und warum darin der Schlüssel zu einer zutiefst transformierten Wahrnehmung und zum Transzendieren des Karma-Prinzips liegt.
„Das, worin es weder Glück noch Leid, weder Subjekt noch Objekt, und auch keine Unwissenheit gibt, das ist im höchsten Sinne das Prinzip von Spanda.“ (Spanda-Karika 1.5)
Spanda ist ein Begriff des Kaschmir-Shivaismus, der mit „Pulsation“ oder „Vibration“ übersetzt werden kann. Die Wurzel spand bedeutet „zittern“ und meint im spirituellen Kontext eine subtile Bewegung. Damit ist die göttliche Dynamik als der aktive Aspekt des Absoluten gemeint: dessen kreatives göttliches Pulsieren. Bestätigungen für diese Sichtweise finden sich in verschiedenen vedischen Texten, z.B.: „Die Schwingung im unendlichen Bewusstsein unterscheidet sich nicht vom Bewusstsein selbst.“ (Yoga-Vasishtha: Die Geschichte von Lila)
Die Natur des Bewusstseins
Spanda ist die natürliche Bewegung des reinen Bewusstseins. Sie ist gleichzeitig nach außen und nach innen gerichtet. Wenn die Aktivität des Bewusstseins nur nach außen orientiert ist, geht durch die Interaktion mit den Objekten die Energie verloren. Dadurch kann zwar Freude entstehen, jedoch genauso auch Leid und vor allem Energieverlust. Deswegen funktioniert das Spanda-Prinzip eines erwachten Bewusstseins anders: Eine Erfahrung in Form e
