Wie der Gedankenstrom unsere Energie färbt – und wie uns die Zustände der Konzentration (Dharana) und der Versenkung (Dhyana) über die Welt des oberflächlichen Bewusstseins und der leidvollen Stimmungen hinausführen.
Viele antike und viele moderne Schriften benennen Unwissenheit und falsche Selbstidentifikation als Ursache unseres Leidens. Warum ist das so? Warum sind wir uns unseres höheren Selbsts nicht bewusst? Stellen wir uns unser Bewusstsein als Kugel vor, dann ist unser wahres Selbst und höheres Bewusstsein (Atman) das Zentrum. Das Ausstrahlen seiner Aufmerksamkeit ist auf die Peripherie gerichtet: die Ebene des oberflächlichen Bewusstseins. Es dringt ein wenig in das oberflächliche, objektorientierte Bewusstsein und ein wenig ins Unterbewusstsein vor. Dort spielt sich – in der Welt der Phänomene – unser Leben ab, ein ziemlich verengter Bereich. Das oberflächliche Bewusstsein besteht vor allem aus Gedanken – ein unaufhörlicher Strom von der Geburt bis zum Tod. Das ist die Essenz des Daseinskreislaufs (Samsara), der gleichzeitig ein Gedankenkreislauf ist.
Gedanken als Träger von Energie
Jeder Gedanke ist Träger einer Energie (Bhavana). Denk zum Beispiel an einen Sessel. Ein Sessel weckt in unserem Bewusstsein bestimmte Assoziationen (Bhavanas), wie etwa kompakt, schwer, schön oder hässlich, bequem oder hart. Die entsprechende Empfindung entsteht durch den Gedanken an den Sessel. In dem Moment, i