Eine tantrisch-spirituelle Betrachtung zur Geschlechtsumwandlung.
Im Jahr 2021 tauchte in einem unserer Retreats in Ecuador ein Tantriker aus den USA auf, um die dreißig Jahre alt. Er erklärt mir, dass er kein Mann, kein „he“ sei. Die Begriffe „Mann“ und „he“ seien so patriarchalisch besetzt, dass er auf keiner Ebene mit diesem System der Unterdrückung in Verbindung sein wollte. „Bitte nenn mich THEY“. Rowan sah aus wie Shiva auf den indischen Postkarten, der auch manchmal androgyn dargestellt wird. Er kleidete sich mal als Frau, an anderen Tagen wiederum als Mann, und fühlte sich sexuell zu beiden Geschlechtern hingezogen: „Es geht doch einfach um Intimität und Liebe“, erklärte er, „und nicht um die Labels ‚Mann‘ oder ‚Frau‘“. Für ihn war es ein Aspekt seines Kampfes gegen die Unterdrückungsmechanismen, die politisch immer noch an den Geschlechterrollen sichtbar werden. THEY hatte einen scharfen Geist, hatte Philosophie, Tantrismus und Buddhismus studiert, und seine Ideenwelt fand ich spannend, denn sie öffnete neue Räume.
Ich wollte immer ein Junge sein
In einem Gespräch in Berlin mit einem Fremden erfahre ich, dass seine Mädchen, Zwillinge, jetzt mit zwölf Jahren Hormone und Pubertätsblocker nehmen, damit sie sich später einfacher einer operativen Geschlechtsumwandlung unterziehen können. „Das ist jetzt mal ein makabrer Scherz“, m