Wesen, Wirken und Weisheit des indischen Heiligen Ramana Maharshi - Teil 5.
Die großen spirituellen Meister in der Geschichte der Menschheit hatten unter der Vielzahl ihrer Anhänger oft einen besonders begabten Schüler, der mit reinem Herzen und offenem Geiste die Lehre empfing und unverfälscht weitergeben konnte. Der engste Begleiter des Buddha war Ananda. Ananda bewahrte die tausenden Lehrreden des Buddha in seinem Gedächtnis und konnte diese nach dessen Tod wortgetreu rezitieren. In der christlichen Mystik gilt Johannes als der Jünger, der die Lehre Jesu mit dem Herzen empfing. Beim letzten Abendmahl „lag Johannes an der Brust Jesu" und verinnerlichte das Geheimnis Christi. Im Sufismus wiederum gäbe es ohne den weisheitsdurstigen Hosamuddin Chalabi, den Rumi besonders für seine spirituelle Reife schätzte, das sechsbändige Masnawi nicht – er drängte Rumi dazu, ein Lehrgedicht für die Nachwelt zu verfassen.
Auch Ramana Maharshi hatte einen Schüler, der in der Bewahrung seiner Lehre eine zentrale Rolle spielte: Dem wachen und hingebungsvollen Geist des tamilischen Poeten Muruganar (1890–1973) haben wir die zentralen Texte zu verdanken, die heute den Kern von Ramanas Lehre ausmachen.
Muruganar wurde unter dem Namen C.K. Su bramania Iyer im Süden Tamil Nadus geboren. Die ersten fünf Jahre seines Lebens soll Muruganar kein einziges Wort gesprochen haben â