Nicole Bongartz über den Wandel der eigenen Praxis im Verlaufe der verschiedenen Lebensphasen, über Yoga heute und über die Realität des Yogamarkts.
Nicole Bongartz ist als Lehrerin und mit ihrer Kölner Schule Lord Vishnus Couch eine prägende, vielseitige Konstante in der deutschen Yogaszene. Im Gespräch mit Doris Iding erzählt sie von ihrem ganz persönlichen Yogaweg früher und heute, über die ermüdenden Aspekte des Business und darüber, warum man Mut zur Wiederholung braucht, um die Schülerschaft immer wieder neu abzuholen.
INTERVIEW
YOGA AKTUELL: Liebe Nicole, du bist seit zwanzig Jahren eine der bekanntesten Yogalehrerinnen in der deutschsprachigen Szene. Was hat dich damals inspiriert, mit Yoga anzufangen?
Nicole Bongartz: Meine Inspiration war eine ganz besondere. Ich habe bereits mit sechzehn begonnen, Gruppen im Fitnessbereich zu leiten – und ich habe das geliebt. Gleichzeitig war ich damals sehr getrieben. Körperliche Betätigung war mein Ventil, aber rückblickend würde ich sagen: Ich war fast süchtig danach. Als ich mit Yoga in Kontakt kam, wurde mir bewusst, dass ich mich seit Ewigkeiten nicht mehr richtig entspannt hatte und mich stark über Äußerlichkeiten definiert habe. Plötzlich spürte ich, dass da in mir viel mehr schlummerte. Das war ein großer Aha-Moment – und danach war mein Weg klar.
Gab es Zeiten, in denen du a