Diesmal: Buddhi – Willenskraft, Intelligenz, Intuition und Weisheit.
In den vergangenen Teilen der Kolumne haben wir uns mit Manas und Ahamkara beschäftigt. Manas bezeichnet den wahrnehmenden, fühlenden und denkenden Teil unseres Geistes. Und Ahamkara ist unser Ich, das alle Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle integriert und zu den unseren macht: Mein Gefühl, mein Gedanke und so weiter. In diesem Teil nun wollen wir uns mit einem Aspekt des Geistes beschäftigen, den die Yogaphilosophie Buddhi nennt: unsere Willenskraft, Intelligenz, Intuition und Weisheit.
Das Selbst liegt verborgen in allen Wesen und ist deshalb nicht sichtbar. Doch wenn Buddhi hochentwickelt und in der Lage ist, subtile Dinge zu sehen, kann es erkannt werden.
(Katha-Upanishad)
Buddhi kommt von budh, das meint: erwachen oder erkennen. Als Gautama Siddhartha einmal gefragt wurde, wer er denn sei – Mensch, Engel oder Gottheit –, da soll er gesagt haben: „Ich bin ein Buddha – ein Erwachter.“ Gautama war nicht von Geburt an erwacht, vielmehr wurde Buddhi durch seine Meditationspraxis gereinigt, so dass sein wahres Selbst sich schließlich darin spiegeln konnte. So wurde Gautama zu Buddha. Der Seher ruhte in sich selbst, wie Patanjali es ausdrücken würde. Die Sankhya-Philosophie, die dem Yogasutra und vielen anderen Schriften zugrundeliegt, sagt sehr klar, dass Buddhi sowohl erworben ist als auch entwickelt werden kann: Wir b