Große Mutter, dynamische Kraft der Entfaltung und kompromisslose Auflöserin des Dunkels: die mannigfaltigen Gesichter und Aspekte indischer Göttinnen.
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des facettenreichen Hinduismus ist die zentrale Rolle, die die Verehrung von Göttinnen hier einnimmt. Dabei sind deren Erscheinungsformen außerordentlich vielfältig und beinhalten alle Aspekte der Weiblichkeit von den lichten, günstigen und kultivierten Aspekten des Lebens auf der einen Seite bis hin zu den dunklen, unheilvollen, grausamen und gefährlichen auf der anderen Seite. Darüber hinaus sind die indischen Göttinnen aber auch Trägerinnen und Vermittlerinnen spezifischer Wahrheiten und Werte, für die es offensichtlich unter den männlichen Göttern keine adäquaten Repräsentanten gibt. Viele hinduistische Göttinnen sind bereits in den vedischen Hymnen zu finden, den ältesten indischen Schriften, die von den Rshis übermittelt wurden. Aber auch im gegenwärtigen Hinduismus in Indien ist die Zahl der verehrten Göttinnen außerordentlich umfangreich. Überhaupt offenbart keine andere lebende Religion eine so alte wie gleichermaßen reiche, kontinuierliche und mannigfaltige Tradition eines lebendigen Göttinnenkultes, wie es im Hinduismus der Fall ist. Er liefert damit auch die umfassendsten mythologischen, theologischen und kultischen Quellen, aus denen all diejenigen schöpfen können, die sich für weibliche Gottheiten interessieren. Darüber hinaus bieten indische Göttinnen auch Frauen im Westen die Möglichkeit, sich mit der jeweiligen K