Was heimische Pflanzen über unsere Seele wissen.
Der Sommer geht lautlos. Er zieht sich zurück wie jemand, der sich heimlich verabschiedet, bevor du realisierst, dass du ihn vermissen wirst. Und du stehst da – barfuß im Flur deiner Gedanken, zwischen offener Tür und angelehntem Fenster, und spürst noch diesen lauwarmen Hauch der Tage voller Leichtigkeit. Dein Herz – kennt den Herbst längst beim Namen. Er hat bereits das Haus betreten. Vielleicht ist genau das ein Erwachen. Dieser leise Moment, in dem du spürst, dass etwas endet – noch bevor es vorbei ist. Ein innerliches Zögern. Zart. Wahr. Unaufhaltsam. Während etwas in dir sagt: Bleib noch. Es wird nie wieder so wie jetzt.
Es ist kein Zufall, dass der Herbst im Englischen Fall genannt wird. Ein Wort, das beides meint: die Jahreszeit – und den Sturz. Tatsächlich stammt dieser Begriff aus dem Altenglischen „feallan”, was „fallen“, „sinken“ bedeutet – verwandt mit dem althochdeutschen „fallan“ was „täuschen“ oder „entgleiten“ heißen kann. Früher sagte man im Englischen schlicht „fall of the leaf“ – der Fall des Blattes. Daraus wurde später das kürzere „Fall“. Eine ganze Jahreszeit, benannt nach dem Moment des Loslassens. Nicht nach der Ernte. Nicht nach der Dämmerung. Sondern nach dem Moment, in dem das Blatt sich löst. In der S