Gibt es irgendetwas, über das die Menschen mehr sprechen, singen oder schreiben als über die Liebe? Hat uns je etwas stärker bewegt als dieses immerwährende Herzensthema? Kann man die Liebe in die Sprache des Yoga fassen?
Letztlich ist das Phänomen der Liebe selbst natürlich unfassbar und nicht in Begriffe zu packen. Wie sollte man zum Beispiel jemandem erklären, was es bedeutet, zu lieben, wenn dieser noch niemals Liebe erfahren hat? Doch die Ideen des Yoga sind durchaus geeignet, etwas über die Liebe und die verschiedenen Gesichter, die sie uns zeigt, auszusagen. Einen Zugang dazu eröffnen die Gunas, jene fundamentalen Qualitäten des Seins, die in ihrer Gesamtheit die Schöpfung bilden.
Zuerst möchte ich hier einen kurzen Blick auf diesen zentralen Punkt der Yogaphilosophie werfen: auf die Gunas, die nicht nur im Hinblick auf die Liebe, sondern ganz generell zentral sind. Vor diesem Hintergrund möchte ich dann über drei grundsätzliche Facetten der Liebe nachdenken. Ich nenne sie „die drei Farben der Liebe“.
Die Gunas
Sankhya, das philosophische Fundament des Yoga, beschreibt die Schöpfung (Prakrti) als Trigunatmika. Das bedeutet, dass die Existenz in ihrer Gesamtheit – darin eingeschlossen wir und alles, was uns ausmacht, auch Gedanken und Gefühle –, dass dieses alles also aus drei Gunas „gemacht“ ist.
Guna bedeutet wörtlich „Strang“ – ein v