Über die verschiedenen Stufen des Schauens und die Momente, in denen wir die Welt „mit anderen Augen sehen“.
Ich glaube, wir kennen alle einen Moment, in dem wir einfach glücklich waren. In dem wir nichts weiter brauchten. Alles war perfekt. Alles war verbunden. In diesen Momenten sehen wir die Welt plötzlich mit anderen Augen. Es ist, als ob das Herz sehen könnte. Und in uns ist eine Gewissheit, dass diese Momente wahr sind, denn sie erfüllen uns zutiefst. Und all jenes, was gerade noch Stress oder Angst ausgelöst hat, scheint sich aufgelöst zu haben.
Antoine de Saint-Exupéry schreibt im Kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar." Dieses Zitat deutet darauf hin, dass es in uns unterschiedliche Augen gibt, mit denen wir schauen können.
Schon im 12. Jahrhundert haben die Brüder Hugo und Richard von St. Viktor darüber geschrieben, dass es verschiedene Stufen des Schauens gibt: Das Sehen mit dem „ersten Auge", dem physischen Auge, dem „Auge des Fleisches", das für das sinnliche Sehen steht. Die Welt der Erscheinungen, also all jene Dinge, die wir tagtäglich beobachten, alles Körperliche und Materielle, all das, was wir mit unseren Sinnen erfassen. Das „zweite Auge", das „Auge der Vernunft", i
