Wo wirklich alles fließt: Das Türkische Bad ist eine Welt aus Wasser, Wärme und Seifenschaum – mit einem wundervollen alten Ritual, das der Reinigung auf allen Ebenen dient.
Mit einem Peştemal, dem hamam-typischen karierten Baumwolltuch bekleidet, liege ich auf dem Göbektaşı, dem heißen „Nabelstein“. In Sekundenschnelle hat sich die wohltuende Wärme des Marmors auf meinen gesamten Körper übertragen, breitet sich – so kommt es mir vor – tief bis in jede Zelle aus und lockert meine Muskeln schon vor der ersten Berührung durch den Hamam-Meister. So werden nicht nur die Poren geöffnet, was den Effekt der nachfolgenden Reinigungsprozedur fördert, sondern auch die Sinne öffnen sich weit. Ich schließe die Augen und lausche der sanften Musik, orientalischen Klängen, die den Ohren geradezu widerspiegeln, was der Blick einfängt, wenn er an der hohen Kuppel des Raums entlangschweift – Muster von einzigartiger Harmonie, wie sie in der islamischen Architektur verwendet werden, um die Perfektion und Schönheit des Kosmos anzudeuten.
Alles ist schon jetzt vollkommen. Jeder einzelne Schritt in der Hamam-Prozedur ist ein Genuss, und alle zusammen ergeben eine elaborierte Komposition, die ihre Wirkung gar nicht verfehlen kann. So warte ich also auf dem Nabelstein, dem Zentrum des Hamam, wo mir der Hamam-Meister aus Handtüchern ein b