Eine Pilgertour zu den Ursprüngen des Yoga wirkt lange nach. Aleah Ghandarvika, bekannt als Sängerin der „Love Keys“, schildert seelenerquickende Eindrücke einer Bhakti-Reise.
„No sex in public places“, lautet die energische Aufforderung, uns bitte weiter voneinander entfernt und nicht küssend auf die Tempelstufen zu setzen. Während indische Männer das Thema sehr ernst zu nehmen scheinen, kichern indische Frauen verlegen und werfen uns verstohlene Blicke zu. In der Raganuga Sampradaya, einer Traditionslinie des Vaishnavismus, in der auf natürliche Art und Weise Regeln gefunden werden, hingebungsvoll gegenüber Krishna zu sein, wird immer betont, wie wichtig es sei, Krishna im Gegenüber zu lieben, zu verehren und zu dienen. Tun wir das nicht, wenn wir küssend auf den Tempelstufen sitzen? Wie wird Bhakti-Yoga – der Yoga der liebevollen Hingabe zu Gott – in Indien gelebt? Jeder Pilgerreise liegt eine Frage zugrunde.
So beginnt unsere: mit fünfzehn Yoginis und Yogis aus Deutschland um 1.30 Uhr auf dem Flughafen in Delhi, begleitet von Devendra Binwal, einem Reiseführer aus dem Himalaya, den ich in meinem Kopf liebevoll „Rotkäppchen“ nenne, da er sich aus Sorge, die Affen könnten ihm seine Brille klauen, jeden Tag ein rotes Tuch um den Kopf bindet – nicht elegant als Turban, sondern ganz altmodisch, wie ein Hausmütterchen, oder Rotkäppchen e