Reparieren mit Gold – warum man Risse und scheinbare „Mängel“ nicht verstecken muss, sondern warum gerade im Nicht-Perfekten und in den Spuren gelebten Lebens Schönheit und Bedeutung liegen.
Makellos und perfekt, so lautet das Ideal. Wenn es nicht (mehr) von sich aus makellos und perfekt ist, dann soll es wenigstens so erscheinen. Die Haut glattgezogen oder unterspritzt, die Zähne so gleichmäßig und strahlend weiß, dass jeder auf den ersten Blick sieht: Die sind zu schön, um wahr zu sein. Haus, Beziehung, Urlaub – alles, alles ein Traum auf Instagram. „Wenn du zurückschaust, was bereust du?“ – „Nichts, ich habe alles richtig gemacht.“
Dass das echte Leben damit wenig zu tun hat, wusste der 2016 verstorbene kanadische Dichter, Komponist und Sänger Leonard Cohen: „There’s a crack in everything, that is how the light gets in.“ („Es gibt in allem einen Riss, so dringt das Licht ein.“) Der britische Geomant und spirituelle Lehrer Peter Dawkins sagt: „Das Herz muss brechen, damit die Liebe fließen kann.“