Wir sind von Fülle umgeben und in Fülle geborgen – allerdings nehmen wir stattdessen oft nur Mangel wahr. Wie du ein Bewusstsein dafür entwickelst, dass eigentlich alles da ist.
Der Purnamadah-Vers ist ein Mantra aus der Isha-Upanishad. Die Upanishaden sind metaphysisch und philosophisch orientierte Texte und erläutern den mantrischen Hauptkorpus der Veden, die Samhitas.
Die upanishadischen Texte sind relevant für den Yoga, weil hier wichtige und spirituelle Grundkonzepte des inneren Weges zur Befreiung beschrieben werden. Die Isha-Upanishad ist kurz: In nur achtzehn Versen wird eine der fundamentalen Ideen der indischen Spiritualität beschrieben und im Purnamadah-Mantra poetisch und fast schon paradox ausgedrückt:
Die grundlegende Realität ist Fülle, und diese ist – als Essenz – immer da, auch wenn wir sie selten wahrnehmen. Oder anders ausgedrückt: Die Fülle, das Höchste, das Vollständige, das Soma, ist sowohl immanent (im Herzen eines jeden Wesens) als auch transzendent (im Formlosen, jenseits des Manifesten, als das Absolute).
Sie ist diesseits, im Hier und jetzt, wie auch jenseits. Fülle ist überall! Und man kann ihr nichts nehmen.
Das Mantra ist eine Erinnerung daran, dass alles immer und jederzeit vollständig und ganz ist. Diese Ganzheit und Fülle von Moment zu Moment zu erfahren, ist eines der Ziele des Yoga. Das könnte man auch als eine schöne Definition von Yoga v