Wussten Sie, dass ein Großteil aller Frühjahrskräuter blutreinigend wirkt? Sammeln Sie jetzt entgiftendes Grün (fast) direkt vor Ihrer Tür.

Wie gut die Natur doch alles eingerichtet hat. Das ist keine Floskel, sondern eine Feststellung, zu der es einfach immer wieder Anlass gibt. Zum Beispiel angesichts der Frühlingspflanzen, die jetzt überall aus dem Erdboden emporwachsen: Nun, da dem natürlichen Rhythmus zufolge die Zeit der Entschlackungskuren anbricht, schenkt uns die Natur auch gleich die passenden Kräuter dazu – die meisten Frühjahrspflanzen haben nämlich blutreinigende, entgiftende Eigenschaften. Diese kann man sich zunutze machen, indem man die Kräuter als Salat oder Gemüse verzehrt oder beispielsweise einen Tee daraus aufgießt. Auch für Tinkturen und Sirups oder als Räucherwerk zur energetischen Reinigung kann man die Pflanzenteile der Frühjahrsgewächse verwenden. Da neben der blutreinigenden Wirkung, die allen hier vorzustellenden Gewächsen gemeinsam ist, jede Pflanze ihre ganz eigenen kleinen Geheimnisse hat, wenden wir uns ohne lange Vorrede direkt den einzelnen Frühjahrskräutern zu:

Löwenzahn (Taraxacum ruderalia)
Diese Pflanze kennt wohl wirklich jedes Kind – überall streckt sie ab April ihre sonnengelbe Blüte dem Himmel entgegen, bevor sie sich in die so genannte Pusteblume verwandelt und ihre Schirmchen durch die Landschaft fliegen lässt. Aber Löwenzahn sieht nicht nur schön aus, sondern ist wunderbar zur Anregung des Stoffwechsels geeignet. Er regt die Bildung von Magensaft und Galle an und wirkt als Diuretikum, ist also harntreibend. Auch die Leberfunktion wird gefördert. Die jungen Löwenzahnblätter geben einen hervorragenden Salat ab, bei älteren Blättern entwickelt sich jedoch ein stark bitterer Geschmack. Ferner lässt sich aus Löwenzahn ein honigähnlicher Sirup herstellen, indem man eine nicht zu geringe Menge Blüten (einige Hände voll) in ca. 1l Wasser abkocht und über Nacht darin ziehen lässt. Am nächsten Tag gießt man die Flüssigkeit durch ein Sieb oder Leinentuch und kocht den Sud nochmals auf. Dann rührt man 1kg Zucker und etwas Zitronensaft ein und lässt das Ganze köcheln, bis die Flüssigkeit zur gewünschten Konsistenz eingedickt ist.

Auch echter Löwenzahnhonig ist erhältlich und birgt die positiven Eigenschaften der Pflanze in sich.

Brennnessel (Urtia dioica / Urtia urens)   
Die Brennnessel, so heißt es, wird vom Mars regiert. Sie enthält relativ viel Eisen, das ebenfalls mit dem Mars bzw. seiner namensgebenden Gottheit, dem römischen Kriegsgott Mars, in Verbindung gebracht wird und trägt deutlich das Element Feuer in sich. Wer sich schon mal wortwörtlich „in die Nesseln“ gesetzt hat, kann ein Lied davon singen, sollte die Brennnessel aber dennoch nicht nur im negativen Lichte sehen. Die weit verbreitete Pflanze ist nämlich blutbildend, stoffwechselfördernd, blutdrucksenkend, cholesterinsenkend und, und, und… Da sie Harnsäure austreibt, ist sie besonders auch für Gichtpatienten und Rheumakranke interessant. Die Brennnessel vermag zudem Giftstoffe aus den Gelenken, den Muskeln und dem Blut zu lösen und bietet sich somit bestens für eine Kur an. Unsicheren Menschen kann sie Mars-Power verleihen. Dennoch sollte man mit der Brennnessel immer ein kleines bisschen vorsichtig umgehen, um sich an ihrem Feuer nicht zu verbrennen. Sie ist sehr wirkkräftig und wird deshalb auf die Dauer oder in zu intensiver Anwendung möglicherweise nicht von jedem vertragen. Eine Kur sollte deshalb drei bis vier Wochen nicht überschreiten. Verwendet werden können Blätter, Samen und Wurzel (jeweils frisch oder auch getrocknet), aus denen man z.B. Teeaufgüsse herstellen kann. Man kann Brennnesselblätter aber auch sehr gut zum Würzen oder als Salat verwenden.

Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)  
Auf lockeren, feuchten Böden findet man den Wiesen-Bärenklau. Diese Pflanze wirkt entgiftend, abwehrstärkend, stimmunsgaufhellend und – der eine oder andere wird an dieser Stelle vielleicht aufmerken – potenzsteigernd. Allerdings muss gesagt werden, dass Bärenklau Hautirritationen hervorrufen kann und dass man besonders mit größeren Exemplaren zurückhaltend umgehen sollte, da man sonst mit Ausschlägen rechnen muss. In der richtigen Dosierung kann er jedoch bedenkenlos verwendet werden, z.B. als Suppengemüse oder für ein Pesto. Wer eine Kur machen möchte, nimmt über einige Tage täglich einen Kaffeelöffel Wurzelpulver ein oder setzt mit den Samen einen Wein an. Der Bärenklau ist bei uns in der Regel erst ab Juni zu finden und gilt auch als europäischer Ginseng.

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Rotklee (Triffolium pratense)  
Der Rotklee kann ohne weiteres als Frauenpflanze bezeichnet werden. Er enthält u.a. pflanzliche Hormone und Isoflavone. Die auch aus Soja bekannten Phytoöstrogene haben zellschützendes Potenzial, beugen hormonabhängigen Krebsarten vor und wirken gegen Osteoporose sowie Wechseljahresbeschwerden. Rotklee kann zudem Weißfluss reduzieren und hilft bei Jucken im Genitalbereich. Er ist krampflösend, harntreibend und entzündungshemmend. Auf der feinstofflichen Ebene soll er die Verbindung zum Kosmos fördern und gleichzeitig vor äußeren Einflüssen schützen. Verwendungstipp: Man kann aus Rotklee z.B. Tee, Tinkturen, Mazerate oder Wein zubereiten.

Frauenmantel (Alcheilla vulgaris)   
Frauenmantel zählt ebenso zu den wahren Frauenpflanzen. Der Frauenmantel, regional beispielsweise auch Frauentrost, Sonnentau, Milchkraut oder Jungfrauenwurz genannt, hat ab Mai seine Blütezeit und weist u.a. Phytosterine, Saponine und Tannine auf. Zugesprochen werden der Pflanze harntreibende, blutreinigende, wundheilende, milchfördernde, menstruationsanregende und magenstärkende Effekte. Außerdem soll er bei Wechseljahresbeschwerden helfen und Brust und Gebärmutterhalskrebs vorbeugen. Verwendet werden können die Blätter sowie das frische Kraut (Gemüse oder Tee). Auf den kelchartigen Blättern findet man einen von der Pflanze selbst erzeugten Tau, der traditionell als erstklassiges Gesichtswasser gilt. Allerdings ist es sehr mühevoll, eine ausreichende Menge hiervon zu sammeln.

Gleich drei Planetenkräfte stehen mit dem Frauenmantel in Verbindung: Er steht unter Einfluss von Saturn, Merkur und Venus. Die Germanen widmeten den Frauenmantel der Göttin Freya und ehrten ihn als heilige Pflanze. Paracelsus soll gesagt haben, dass es keine Wunde gibt, die mit Frauenmantel nicht geheilt werden kann.

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