So schmeckt der Sommer: erfrischende Mineralstoffspender und spritzige Durstlöscher
Für den einen oder anderen ist die Ernährungsfrage im Sommer schnell beantwortet – ernährt sich doch manch einer in den heißen Jahreszeiten maßgeblich von Limonade und Eis. Andere scheinen ihren Nahrungsschwerpunkt für einige Monate ganz klar auf Grillgut zu verlegen. Dabei geht es auch etwas vielfältiger, vitaminreicher und bekömmlicher.

Im Sommer steht die Natur in Saft und Kraft und die Auswahl an frischem Obst sowie Gemüse ist groß. Der Körper hat ein Bedürfnis nach leichten Lebensmitteln und aufgrund der schweißtreibenden Temperaturen einen erhöhten Elektrolytbedarf. Da kommen mineralstoff- und enzymreiche Früchte, die den Flüssigkeitshaushalt auffüllen und die Verdauung nicht belasten, gerade recht. Ananas, Papayas, Melonen, Kirschen & Co. sind erfrischende Energiespender, die man sich im Sommer einfach nicht entgehen lassen sollte. Auch Salate und leichte Gemüsegerichte sowie natürlich wirksame Durstlöscher sind jetzt genau das Richtige. Wichtig ist außerdem, wie und wann wir bestimmte Speisen zu uns nehmen. Im Sommer läuft nämlich Agni, das Verdauungsfeuer, sprichwörtlich auf Sparflamme. Deshalb sollte man gerade jetzt darauf achten, dass man ihm außerhalb seiner aktivsten Zeit nicht zuviel zumutet. Das heißt im Klartext: Die Hauptmahlzeit am besten zwischen 10 und 14 Uhr einnehmen und außerhalb dieser Tageszeit gut verdaulichen Speisen den Vorrang geben, anstatt Agni durch energetisch zu kühle Kost noch weiter zu dämpfen. Wir haben ein paar Anregungen, wie Sie sich den Sommer so richtig schmecken lassen können und dabei viel für Ihr Wohlbefinden tun.

Südfrüchte
Frische Früchte gelten, reif genossen, laut den yogischen Schriften als sattvisch. Auf den Reifezustand zu achten, ist gerade bei Südfrüchten wichtig, da diese manchmal unreif geerntet werden, um nicht schon während des Transports zu verderben. Achten Sie also beim Kauf auf die richtige Qualität – die Früchte Ihrer Wahl sollten schön reif, aber nicht überreif, sondern eben noch frisch sein.

Ayurveda-Experte David Frawley schreibt zusammenfassend: „Generell verringern Früchte Vata und Pitta und verstärken Kapha, haben aber insgesamt eine milde Wirkung und können dabei helfen, alle drei bioenergetischen Grundkräfte des Körpers (die Doshas) auszubalancieren, solange sie nicht im Übermaß genossen werden.“ Kapha-dominierte Typen können Früchte durch Kochen und/oder Zugabe von wärmenden Gewürzen wie Zimt, Ingwer oder Nelken für sich verträglicher machen und sollten saure Früchte bevorzugen. Der Vata-Typ, für den süße Früchte besonders geeignet sind, profitiert – auch wenn dies ungewöhnlich klingt – von etwas Salzzugabe. Für Pitta darf es nach Geschmack ruhig zusätzlicher Zucker sein (möglichst ayurvedischer Sharkara, der basisch verstoffwechselt wird). Früchte können gedünstet auch mit Reis und Vollkorngetreide kombiniert werden, weitere Kombinationen sind jedoch in der Regel nicht günstig für die Bekömmlichkeit. Gerade Südfrüchte enthalten viele Enzyme, was für den Sommer besonders vorteilhaft ist: Enzyme wirken sozusagen wie Zündstoff für das Verdauungsfeuer, das wie schon erwähnt in der heißen Jahreszeit eher schwach brennt.

Papaya
Die Papaya gilt vor allem wegen ihres hohen Enzymgehalts als Geheimtipp. Papaya enthält Papain, dem man in seinem breiten Wirkungsspektrum durch eine Kurzbeschreibung kaum gerecht werden kann. Zum Beispiel wirkt es verjüngend auf das endokrine Drüsensystem, unterstützt die Wundheilung, indem es die Fibrinbildung ankurbelt, und fördert die Bildung des Körpereiweißes Arginin, das eine vermehrte Ausschüttung des Wachstumshormons HGH bewirkt, welches eine wichtige Rolle für die Zellerneuerung spielt. Besonders viel Papain findet sich übrigens in den Kernen, die mit verzehrt werden können oder auch gemahlen wie ein Gewürz verwendet werden können. Die Papaya ist säurearm und wirkt sogar beruhigend auf die Schleimhäute, d.h. sie ist sehr magenfreundlich. Sie ist mild abführend und wirkt auf sanfte Weise reinigend. Die in tropischen Gebieten heimische Frucht kann offenbar guten Gewissens als überaus vitalisierend charakterisiert werden. Erhältlich ist sie bei uns auf vielen Märkten und in gut sortierten Supermärkten.

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Ananas
Auch die Ananas ist in hohem Maße Enzym­träger. Das Enzymgemisch Bromelain wirkt Studien zufolge blutdrucksenkend, blutreinigend und verdauungsfördernd. Es kann Gefäßablagerungen in den Arterien und Eiweißrückstände im Darm auflösen. Ananas-Enzyme werden sogar in der Krebstherapie eingesetzt. Und die Ananas hat noch mehr zu bieten: Durch die Aminosäuren Tryptophan und Serotonin kann sie sich positiv auf die Stimmung auswirken und auch eine Stärkung der mentalen Leistungsfähigkeit wird ihr zugeschrieben. Ursprünglich stammt die Ananas aus dem Amazonas-Gebiet, mittlerweile gibt es aber auch viele weitere Anbaugebiete, beispielsweise auf den Azoren und den kanarischen Inseln. Trotz aller wünschenswerten Eigenschaften der Ananas sollte folgender Hinweis berücksichtigt werden: Wenn die Ananas sehr unreif geerntet wurde und erst unterwegs nachgereift ist, kann dies ihren ohnehin hohen Säuregehalt noch steigern. Dies kann für Menschen mit empfindlichem Magen problematisch sein und den im Sommer ohnehin erhöhten Dosha Pitta noch zusätzlich verstärken. Meiden Sie also zu saure Früchte und greifen Sie zu den süßen Exemplaren.

Mangos
Mangos werden im Ayurveda als hervorragende Energiespender geschätzt und aufgrund ihrer neutralen Eigenschaften für die unterschiedlichen Dosha-Typen gleichermaßen empfohlen. Sie sind eine exzellente Vitamin A-Quelle und fördern die Blutbildung. Mangos machen zufrieden, denn sie nähren und stimulieren das Nervensystem. Auch die Nieren regen sie an und bringen dadurch Entschlackungsprozesse in Gang. In ihrem Heimatland Indien werden Mangos schon seit rund 4000 Jahren angebaut und dort gibt es schätzungsweise über 1000 verschiedene Sorten. Wer in Deutschland frische Mango-Früchte aus biologischem Anbau und fairem Handel kaufen möchte, wird im Sommer in Eine-Welt-Läden fündig.

Weintrauben
Vielleicht wundern Sie sich, dass Trauben hier unter den Südfrüchten aufgeführt sind, denn schließlich gibt es in vielen Gegenden Deutschlands Weinberge. Jedoch wird aus den dort wachsenden Rebsorten tatsächlich ausschließlich Wein gekeltert; Speisetrauben sind nicht dabei. Letztere kommen aus Ländern wie Italien, Griechenland und der Türkei zu uns, manchmal auch von weiter her. Die süßen, saftigen Tafeltrauben befriedigen das sommerliche Bedürfnis nach leichter Nahrung, die viel Flüssigkeit und Elektrolyte spendet, geradezu perfekt. Sie enthalten neben zahlreichen Vitaminen viele Mineralstoffe wie z.B. Kalium. Darüber hinaus liefern sie Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe, die als Schützer vor Arteriosklerose bekannt sind. Rote und blaue Trauben weisen als Farbstoff außerdem Anthozyane auf, Substanzen mit antioxidativer Wirkung. Rote Trauben sind blutstärkend und ihr Saft wird in Indien Kleinkindern sogar als Muttermilchersatz verabreicht, was für seine nährende Wirkung und gute Verträglichkeit spricht. Weintrauben werden zudem im Ayurveda zum Ausgleich des in der heißen Zeit aggravierten Doshas Pitta ausdrücklich empfohlen.

Melonen
In der Melonenfamilie, die zu den Kürbisgewächsen zählt, unterscheidet man zwischen Wassermelonen und Zuckermelonen (Honigmelonen, Gaiamelonen, Cantaloupemelonen u.a.).
Beide Arten sind aufgrund ihres hohen Wasseranteils sehr kalorienarm und beide sind sowohl mineralstoff- als auch vitaminreich. Die Wassermelone enthält vor allem B-Vitamine, während bei den Zuckermelonen an erster Stelle Vitamin C zu erwähnen ist. Beide Arten, ganz besonders aber die Zuckermelonen, enthalten große Mengen Kalium, das für den Flüssigkeitshaushalt des menschlichen Körpers unverzichtbar ist. Melonen sind bei Hitze wie ein Tonikum für den Körper und werden zur Besänftigung von Pitta empfohlen. Die im Sommer bei uns angebotenen Melonen sind zumeist aus Mittelmeerländern importiert.

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