An der Tür zum Büro gibt manch einer seine yogische Einstellung ab – dabei sind Patanjalis Yamas auch im Berufsleben gefragt Unter den Yama wird ein Verhalten im yogischen Sinne verstanden, das uns darin unterstützen kann, wie wir im Umgang mit anderen Menschen zu einem friedvollen und achtsamen Miteinander gelangen können. Der Yoga zielt nicht nur darauf ab, innere Zufriedenheit zu erlangen, sondern auch in Frieden mit anderen Menschen zusammen zu leben und einen entsprechenden Umgang mit ihnen zu pflegen. Dies ist nicht nur in einer persönlichen Liebesbeziehung oder innerhalb der eigenen Familie wichtig, sondern gerade in der heutigen Zeit im Arbeitsleben essentiell. Konkurrenzdenken, Intoleranz, Neid und Missgunst lassen sich so wieder in Zusammenarbeit, gegenseitiges Verständnis, Respekt und Toleranz transformieren. Wie ein Mensch mit seinen Mitmenschen umgeht oder sich seiner Umwelt gegenüber verhält, hängt unter anderem von seinem sozialen und kulturellen Hintergrund, aber auch von seinen religiösen Vorstellungen, seiner Persönlichkeit, seinen Fähigkeiten und seinen Fertigkeiten ab. Unabhängig aber etwa von unserer Kultur oder unserer Persönlichkeit sind wir hinter all den äußerlichen Erscheinungen eins, bzw. stammen wir aus einer und der gleichen, nämlich göttlichen Quelle. Wenn wir diesen Aspekt im Bewusstsein haben, wird sich unser Umgang mit anderen Menschen im Berufsalltag ändern und wir können hier letztendlich zufriedener und entspannter leben. Wenn wir diesen Aspekt beherzigen, dann werden wir fähig zu realisieren, dass wir uns selbst schaden, wenn wir zum Beispiel unser Gegenüber übergehen, übervorteilen oder mobben. Nach Ansicht der Yogis betrügen wir uns in einem solchen Falle letztendlich selbst und häufen durch solche Taten nur negatives Karma an, welches irgendwann wieder auf uns selbst zurückfällt. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass wir irgendwann für ein solches Fehlverhalten zahlen müssen – wenn nicht in diesem Leben, dann in einem späteren. Aus diesem Grund wird der Selbsterkenntnis im Yoga ein zentraler Platz […]

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.