Dankbarkeit ist sofort wirksam, sie ist jedem zugänglich und öffnet das Herz. Deshalb sollte sie stets auch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen ihr Zuhause haben.

Das Thema Dankbarkeit ist im Moment sehr präsent. Viele Ratgeber, Bücher, Artikel in Journalen etc. halten uns dazu an, doch endlich mal wieder dankbar zu sein. Doch was hat es mit der Dankbarkeit auf sich? Muss man jetzt vor jedem dankbar und huldigend „zu Kreuze kriechen“ nur weil uns allerorts suggeriert wird, wir sollen doch bitteschön mal wieder dankbar sein? Nein! Dankbarkeit ist eine Haltung, die man zunächst einmal sich selbst gegenüber kultivieren sollte. Sich erfreuen über das eigene SEIN, über den gut funktionierenden Körper, über die eigenen Stärken und Schwächen und über das, was einem im Leben schon als wunderbar widerfahren ist. Wenn man sich selbst wertschätzt, erfährt man Gefühle wie Glück, Freude und letztlich Dankbarkeit.

Das Fehlen von Dankbarkeit

Leider sieht die Realität oft anders aus. Entscheidenden Anteil daran hat sicher der Wohlstand und das „Schneller“, „Weiter“ und „Höher“ unserer heutigen Zeit. So fehlt oftmals die Dankbarkeit. Vieles ist für uns selbstverständlich geworden. Da kann der Tag noch so positiv verlaufen sein und trotzdem finden wir am Abend ein „Aber“. Wir vergleichen uns mit anderen und sind immer wieder der Meinung, uns gehe es doch so viel schlechter. Erinnern wir uns also wieder öfter daran, in die Energie der Dankbarkeit zu gehen. Uns selbst und auch anderen gegenüber.

Einfach „Danke“ sagen

Was ist schon dabei, wenn wir „Danke“ sagen, etwas loben, wertschätzen oder anerkennen? Schon als Kind entwickeln wir schließlich das Bedürfnis nach Anerkennung, denn jede Form davon schüttet im Gehirn positive Botenstoffe aus, die dafür sorgen, dass wir uns unheimlich gut fühlen. Dankbarkeit ist somit auch der Schlüssel zur Zufriedenheit und Freude und nährt letztlich den Ort der Liebe in uns, das Herz.

Sich in Dankbarkeit üben

In meinem Herz- & Seelen-Yoga. Emotionale Blockaden lösen mit Asanas, Mudras und Meditationen gibt es zwei schöne Übungen um sich selbst dankbar zu begegnen:

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Übung 1: die Wahrnehmung der Dankbarkeit

Suche dir einen ruhigen Moment. Mache dir einen Tee, zünde eine Kerze an und setze dich bequem hin. Widme dich dann ganz dem Teetrinken. Spüre die Wärme, die sich mit jedem Schluck mehr und mehr im Körper ausbreitet. Eine Wärme, die bis in den Kern deines Herzens gelangt. Koste dies eine Zeitlang voll und ganz aus.

Schließe die Augen und tauche in die Stille ein. Dein Atem begleitet dich dabei. Er kommt und geht in seiner eigenen Regelmäßigkeit. Gehe nun gedanklich dein Leben Schritt für Schritt durch. Finde Dinge, Erlebnisse …, für die du dankbar sein darfst. Lasse das Gefühl der Dankbarkeit für eine Weile ganz präsent sein. Vielleicht kannst du ein wohliges Gefühl, vielleicht Herzenswärme wahrnehmen. Genieße den Moment in dieser Energie der Dankbarkeit.

Nun löse dich langsam wieder und richte deine Aufmerksamkeit wieder auf deinen Atem. Öffne die Augen und bleibe noch einen Moment in deiner Ruhe und Stille. Kehre dann langsam und mit diesem guten Gefühl in deinen Alltag zurück.

Übung 2: Körperreise „Danke“

Diese Übung kannst du im Stehen, Sitzen oder Liegen ausführen. Finde eine für dich bequeme Haltung und schließe, wenn möglich, die Augen.

Verbinde dich gedanklich mit deinem Körper und spüre in ihn hinein. Kannst du seine Lebendigkeit wahrnehmen? Möchte er dir etwas mitteilen? Gibt es eine Stelle im Körper, die gerade besondere Aufmerksamkeit braucht?

Wandere jetzt durch deinen Körper und bedanke dich bei jedem einzelnen Teil von ihm. „Lieber Körper ich danke dir

  • für meinen Atem, der ohne Hilfe ein und ausströmt und meinen Körper mit Energie versorgt.
  • für meinen Geist, der mir immer wieder neue Gedanken und Ideen schickt.
  • für meine Beine und Füße, die mich den ganzen Tag tragen und so viele Wege für mich tun.
  • für meine Hände und Arme, die so viel leisten und Tausende von Handgriffen für mich erledigen.
  • für meine Sinne, die mich sehen, riechen, schmecken, tasten und hören lassen.
  • für meinen Rücken, der mir Aufrichtung und Beweglichkeit zugleich schenkt.
  • für meine Schultern, die mich mein Leben lang so viele Lasten tragen lassen.
  • für meinen Bauch, der fühlt, verdaut und fröhlich gluckst.
  • für mein Herz, das mich am Leben erhält und all die wunderbaren Gefühle wie Liebe, Freude, Glück und noch vieles mehr spüren lässt.

Lieber Körper, von ganzem Herzen danke ich dir, dass du mich tagtäglich begleitest und so viele Aufgaben für mich erledigst.“

Lass diese inneren Worte eine Zeitlang auf dich wirken.

Öffne langsam wieder die Augen, recke und strecke dich und finde dann dankbar wieder in deinen Alltag zurück.

(c) Holger Münch, TRIAS Verlag

Zum Weiterlesen:

Andrea Pöllner: Herz- & Seelen-Yoga. Emotionale Blockaden lösen mit Asanas, Mudras und Meditationen, Trias Verlag 2019, ISBN: 9783432109077 

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