Anna Trökes über die essenzielle Bedeutung von Verbundheit mit uns selbst und mit anderen, über die Schlüsselrolle der Achtsamkeit und über Empathie in der Yogapraxis.
Interview
YOGA AKTUELL: Warum ist dir das Thema Verbundenheit wichtig?
Anna Trökes: Ich nehme einfach wahr, wie sich unsere Gesellschaft verändert. Ich bin ein aufgeschlossener Mensch, der gerne auf andere zugeht – aber das wird heute immer schwieriger, weil man ja kaum noch Blickkontakt erzeugen kann. Zum Beispiel, wenn ich mit der Bahn unterwegs bin: Vor ein paar Jahren hat man sich da noch unterhalten und gemeinsam die Augen verdreht, wenn der Zug wieder Verspätung hatte. Heute ist das fast ausgeschlossen, weil alle nur noch auf ihre Bildschirme starren.
Diese Entwicklung beginnt gerade erst, und ich vermute, das wird sich noch verstärken. Und es wird gravierende Folgen haben. Für uns Menschen ist es enorm wichtig, mit anderen in Beziehung zu treten und Verbundenheit zu erfahren – weil wir soziale Gehirne haben. Ich sehe da z.B. einen Zusammenhang zum starken Anstieg der Zahl von Menschen, die Depressionen haben. Wenn wir nicht Wege finden, uns zumindest Oasen der Selbstverbundenheit und der Verbundenheit mit anderen zu erschaffen, dann werden wir als Gesellschaft noch enorme Probleme bekommen.
Wolltest du deshalb ein Buch über dieses Thema schreiben?
Schon d