Bedingt durch Zeitdruck, überhöhte Anforderungen und Stress bleiben Lob, Anerkennung und Wertschätzung für uns selbst und andere häufig auf der Strecke. Wir fordern zu viel von uns selbst und meist auch von anderen. Haben wir ein Ziel erreicht, eine Arbeit fertiggestellt oder eine Hürde genommen, sind wir trotzdem äußerst sparsam mit Lob. Wir erwarten von uns und anderen 150 % Leistung.

Erwartungen von außen

Umgekehrt geizen aber auch andere häufig mit Lob für uns: Unser Chef hält es für selbstverständlich, dass wir Überstunden machen. Unsere Yogaschüler erwarten, dass wir immer in Bestform sind. Und unsere Familie fordert einen Rundum-Service von uns – auch wenn wir schon unser Bestes geben.

Wie wäre es für dich, wenn du einmal alles gesagt bekommen würdest, was du dir von deiner Umwelt wünschst? Wie würdest du dich fühlen, wenn dir dein Mann, deine Kollegen oder deine Yogaschüler einmal sagen würden, wie zuverlässig, gewissenhaft, professionell, liebevoll und vertrauenswürdig du bist?

 

Der Lobthron

Probier’s aus! Verabrede dich mit deiner Familie oder mit guten Freunden und baut nacheinander für jeden von euch einen Lobthron.

1. Schritt:
Sag den anderen, wie genau dein Thron aussehen soll. Schmücke ihn mit Blumen, Decken oder anderer Deko, so dass du dich bereits erhaben und gut fühlst, alleine dadurch, dass du auf ihm sitzt.

Anzeige

2. Schritt:
Sag den anderen ganz genau, was du hören möchtest. Formuliere die Sätze, die du immer schon einmal hören wolltest. Vielleicht möchtest du Anerkennung dafür haben, dass du den Yogaunterricht immer so gut vorbereitest oder jede Woche frische Blumen in den Yogaraum stellst.

3. Schritt:
Nachdem du den anderen gesagt hast, was du gerne hören möchtest, nimmst du Platz auf dem Lobthron und genießt es, von den anderen das Lob zu hören, das dir schon lange gebührt.

4. Schritt:
Lasst euch insgesamt 15 Minuten pro Person Zeit für diese Übung. Danach ist die nächste Person aus deiner Gruppe dran.

 

Lob im Alltag

Du kannst diese Übung auch in deinen Alltag integrieren und Folgendes ausprobieren:

•    Verschenke Lob: Nimm dir jeden Tag vor, einen Menschen – es kann auch ein Fremder sein – für etwas zu loben. Etwa den Kellner dafür, dass er ein nettes Lächeln hat oder den Busfahrer dafür, dass er dich so früh in die Stadt fährt. Es gibt genug Gelegenheiten.
•    Lobe dich selbst: Nimm dir jeden Abend ein paar Minuten Zeit, um den Tag vor deinem inneren Auge Revue passieren zu lassen. Suche dir drei Situationen heraus, in denen du besonders achtsam warst, gut ausgesehen hast oder etwas Gutes getan hast. Beschließe den Tag mit einem Lob an dich selbst.

 

Diese Übung stammt aus dem Seminar: „Urvertrauen“ von Emily Hess.
Mehr über Emily Hess: www.peter-hess-zentrum.de

 

Anzeige
Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei