Über den unvergessenen indischen Dichter, der die unmittelbare Erfahrung als jedem Menschen zugänglichen Weg zur Befreiung hervorhob und mit seiner undogmatischen Spiritualität Kastengrenzen und religiöse Unterschiede aufhob.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts lebte im nordindischen Varanasi ein außergewöhnlicher Mensch. Er war von Beruf Weber, er war ein Freigeist und ein Yogi, doch vor allem war er eines: ein Poet. Sein Name war Kabir, er stammte aus einer der untersten Kasten, hatte keinen Zugang zu Bildung, und dennoch hatte er einen so scharfen Intellekt, dass er Schriftgelehrte und Brahmanen mit seinen Worten zum Zittern brachte.